21 Prozent der Österreicher haben chronische Schmerzen
 
Prof. Beubler: Schmerzen müss(t)en nicht sein
 

Univ.-Prof. Mag.pharm. Dr. Eckhard Beubler, Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG).
    Bei den allermeisten Schmerzformen gilt heute, dass den davon betroffenen Patienten wirksam geholfen werden kann. Dennoch kommen noch immer bei Weitem nicht alle Schmerzpatienten in Österreich auch tatsächlich in den Genuss einer angemessenen, auf ihre individuellen Bedürfnisse angepassten Schmerztherapie. Noch immer erleiden Patienten nach Operationen unnötiger Weise Schmerzen, doch gerade diese ließen sich wirksam vermeiden. Und noch immer dauert es oft viel zu lange, bis Patienten mit lang dauernden, chronischen Schmerzen eine qualitätsvolle Schmerzbehandlung bekommen.

    Es gilt der Grundsatz: Jeder Schmerz, der nicht sein müsste, ist ein Schmerz zu viel! Die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) ist nicht nur eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich mit der Erforschung des Schmerzes und der Verbesserung der Schmerzmedizin befasst. Der ÖSG ist es auch ein Anliegen, möglichst viele Menschen darüber zu informieren, dass sich gegen ihre Schmerzen, oder den Schmerz von Angehörigen oder Freunden, mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas machen lässt. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass Sie offen mit Ihrem Arzt sprechen. Sie selbst können am besten beurteilen, ob Sie Schmerzen haben, wie erträglich Sie diese finden, und wir wirksam eine allfällige Schmerzbehandlung bei Ihnen ist. Teilen Sie das Ihrem Arzt mit – damit er Ihnen helfen kann.

    Univ.-Prof. Dr. Eckhard Beubler
    Österreichische Schmerzgesellschaft

Noch immer nehmen viele Ärzte den Schmerz nicht ausreichend ernst, und noch immer profitieren bei weitem nicht alle Schmerzpatienten von den schmerzmedizinischen Fortschritten. Laut einer aktuellen Untersuchung leiden 21 Prozent aller Österreicher an chronischem Schmerz. Im Vordergrund stehen Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Knieschmerzen. Ein Drittel gibt an, "immer" und ein Drittel mindestens einmal pro Tag Schmerzen zu haben.

51 Prozent der befragten Patienten mit chronischem Schmerz sind der Ansicht, "dass mein Arzt eher meine Krankheit als meinen Schmerz
behandelt". 19 Prozent sind der Überzeugung, "dass mein Arzt nicht weiß, wie er meine Schmerzen kontrollieren soll". 15 Prozent sagten, "ich habe nicht den Eindruck, dass ich mit meinem Arzt über meine Schmerzen reden kann". "Hier ist also noch sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten", ist der ÖSG-Präsident überzeugt und hält flächendeckende Schmerztherapie, eine bessere Ausbildung und den Abbau bürokratischer Hürden für notwendig.

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