Wie gefährlich sind Handystrahlen wirklich?
 
 

    Bei einer Pressenkonferenz zum Thema: Wie gefährlich sind Handystrahlen wirklich? forderten Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, der Präsident des Obersten Sanitätsrates, Univ. Prof. Dr. Ernst Wolner und Univ. Prof. Dr. Michael Kundi vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien, einen vernünftigen Umgang in der Verwendung von Handys.
Da dieses Thema in der Öffentlichkeit und auch unter Wissenschaftlern/innen sehr kontroversiell diskutiert wird, hat Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat den Obersten Sanitätsrat beauftragt, eine aktuelle Bewertung der Standpunkte vorzunehmen. Der Oberste Sanitätsrat hatte sich bereits 2002 mit dieser Materie auseinandergesetzt.

Nach den vorliegenden Ergebnissen ist eine Gesundheitsschädigung durch Handys derzeit nicht beweisbar.

Dennoch plädierten Gesundheitsministerin und Experten dafür, vorsorglich bei der Verwendung von Mobiltelefonen umzugehen. Der Oberste Sanitätsrat hat daher gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium einige Empfehlungen in Form von Tipps im Umgang mit dem Handy formuliert. Diese Empfehlungen gelten besonders für Kinder und Jugendliche, so die Gesundheitsministerin.

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Hintergrundinformation zu den Handyempfehlungen
Empfehlung 1:
In Situationen, wo Sie zwischen Handy und Festnetz wählen können, nutzen Sie das Festnetz:
Vermeidet unnötige Exposition gegenüber den elektromagnetischen Feldern des Handys
Empfehlung 2:
Fassen Sie sich kurz
Vermeidet unnötige Exposition gegenüber den elektromagnetischen Feldern des Handys
Empfehlung 3:
Wenn möglich, nicht bei schlechtem Empfang telefonieren
Bei schlechtem Empfang (zB. hinter Mauern, in oder hinter Stahlbeton-Gebäuden, im Auto ohne Außenantenne) regelt das Handy automatisch seine Leistung hoch, um eine ansprechende Übertragungsqualität sicherzustellen. Suchen Sie beim Telefonieren soweit möglich Stellen auf, wo der Empfang besser ist und das Handy die Leistung herunter regelt. Die jeweilige Empfangsqualität wird vom Handy angezeigt.
Empfehlung 4:
Telefonieren Sie möglichst wenig im Auto
Diese Empfehlung hat 2 Hintergründe:
    • Beim Telefonieren im Auto ist die Unfallhäufigkeit erhöht. Grund ist nicht die Strahlung des Handys, sondern die Ablenkung durch das Telefonat und die verminderte Konzentration auf das Verkehrsgeschehen. Die Unfallhäufigkeit ist auch bei Verwenden einer Freisprecheinrichtung erhöht.
    • Die Autokarosserie wirkt wie ein Faraday-Käfig und veranlaßt das Handy, die Leistung hochzuregeln. Die Verwendung einer Außenantenne kann hier Abhilfe schaffen.
Empfehlung 5:
Warten Sie ein wenig beim Verbindungsaufbau, bevor Sie das Handy an den Kopf führen
Beim Verbindungsaufbau regelt das Handy seine Leistung hoch, um Kontakt zur Basisstation herzustellen. Nach Herstellen der Verbindung wird die Leistungsabgabe des Handys je nach Empfangsqualität auf den aktuellen Bedarf zurückgeregelt.
Empfehlung 6:
Benutzen Sie Headsets
Durch Headsets wird die Einwirkung der Felder auf den Kopf stark reduziert.
Empfehlung 7:
Platzieren Sie Ihr Handy im eingeschalteten Zustand über Nacht in einiger Entfernung (nicht auf oder unter dem Kopfpolster)
Das eingeschaltete Handy nimmt im ruhenden Zustand, zB auf dem Nachtkastl, nur etwa alle 2-6 Stunden (je nach Betreiber) kurz Kontakt zur Basisstation auf, das ist eher bedeutungslos. Handys haben aber oft Bewegungssensoren
eingebaut, wobei Bewegung des Handys eine häufigere Kontaktnahme mit der Basisstation triggert. Wenn das eingeschaltete Handy über Nacht auf oder unter dem Kopfpolster platziert wird, wird es gerade bei Kindern häufiger bewegt und kann dann entsprechend häufiger Kontakt zur Basisstation aufnehmen.
Empfehlung 8:
Schicken Sie ein SMS statt zu telefonieren
Beim Versenden eines SMS ist das Handy weit vom Kopf entfernt und das Versenden selbst ist ein Vorgang von sehr kurzer Dauer.

Quelle und mehr darüber: http://www.bmgf.gv.at/
Stand: Jänner 2006

Lesen Sie auch: Empfehlungen des Obersten Sanitätsrats OSR: handy_osr.pdf