Engelstrompete: eine giftige Zierpflanze
 
Warnung vor den sogenannten Hexenkräutern
 
Wegen ihrer schönen Blüten und der einfachen Haltung der Pflanze ist die Trompeterblume, auch Engelstrompete genannt, eine weit verbreitete und beliebte Zierpflanze.

Engelstrompeten gehören zu den Nachtschattengewächsen.
Die Engelstrompeten (Brugmansia [früher Datura] suaveolens, Brugmansia [früher Datura] sanguinea und andere Brugmansia-Arten) enthalten giftige Alkaloide.

Die typischen, 20 - 30 cm langen, nach unten hängenden, trompetenähnlichen, oftmals süßlich duftenden Blüten verleihen der Pflanze ihren Namen.

Giftige Pflanzenteile und Inhaltsstoffe:
Alle Organe enthalten Tropanalkoide. Hauptalkaloide: Scopolamin (bis zu 80%), Hyoscamin, Atropin. Diese wirken zentralerregend oder zentralsedierend und beeinflussen peripher Kreislauf und Vegetativum. Schon kleinste Mengen können nach Literaturangaben zu Vergiftungen führen.

    Mögliche Symptome:
    Erbrechen und Durchfall, heiße Haut, Gesichtsröte, trockene Schleimhaut, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Pupillenerweiterung, Sehstörungen, Herzbeschwerden, Erregung aber auch Sedierung, Halluzinationen.

    Erste Hilfe
    Notarzt verständigen (Tel. 144)

    Vergiftungsinformation AKH Wien
    Die Vergiftungszentrale in Wien unter Tel.: 01/4064343 gibt Auskunft über die Gefahr und die richtigen Maßnahmen bei Vergiftungen.

    Sogenannte „Natural Drugs“
    Schon ehemals bei Hexen beliebt, werden leider auch heute Nachtschattengewächse (Tollkirsche, Bilsenkraut und insbesondere Stechapfel oder Engelstrompete) von Jugendlichen als Rauschmittel eingenommen. Davor muss eindringlich gewarnt werden. Gibt der Notarzt nicht schnell genug Physostigmin zum Antagonisieren, besteht durch die hohen Konzentrationen an Atropin und Hyoscyamin akute Lebensgefahr.
    Nähere Informationen:


    TROMPETEN Gedicht von Georg Trakl

    Georg Trakl wurde am 3. Februar 1887 in Salzburg geboren. 1905 beginnt er eine Lehre in der Apotheke "Zum weißen Engel". 1908-10 Studium der Pharmazie an der Universität Wien. Hier lernt er verschiedene Drogen kennen, die ihn sein Leben lang faszinieren. Zu Beginn des 1. Weltkriegs wurde Trakl als Reservist eingezogen, nach der blutigen Schlacht von Gródek (Galizien) unternahm er einen Selbstmordversuch und starb am 3. November 1914 im Garnisonsspital.

    Unter verschnittenen Weiden, wo braune Kinder spielen
    Und Blätter treiben, tönen Trompeten. Ein Kirchhofsschauer.
    Fahnen von Scharlach stürzen durch des Ahorns Trauer,
    Reiter entlang an Roggenfeldern, leeren Mühlen.

    Oder Hirten singen nachts und Hirsche treten
    In den Kreis ihrer Feuer, des Hains uralte Trauer,
    Tanzende heben sich von einer schwarzen Mauer;
    Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten.