Acrylamid auch in Verpackungen und Kosmetik enthalten
 
 
Acrylamid wird von der Industrie unter anderem zur Herstellung von Harzen und Lacken und bei der Produktion von Kunststoffen eingesetzt.

Es kann deshalb auch in Verpackungen enthalten sein. Aus Lebensmittel-Verpackungen darf nicht mehr als 10 Mikrogramm pro Kilogramm Nahrung entweichen. Auch für Trinkwasser gibt es vergleichbare Regelungen. Im Trinkwasser darf nur 0,1 Mikrogramm (millionstel Gramm) Acrylamid pro Liter vorhanden sein.
Schwedische Forscher hatten das im Tierversuch Krebs erzeugende und Erbgut verändernde Acrylamid im April 2002 entdeckt. Acrylamid entsteht nach heutigem Kenntnisstand beim Backen, Braten, Grillen und Frittieren, zum Beispiel bei der Herstellung von Pommes Frites, Chips, Knäckebrot und Keksen. Die Entstehung von Acrylamid ist offenbar von der Temperatur und der Zeitdauer abhängig. Studien zeigen, dass sie etwa bei 120 Grad beginnt und bei 185 Grad ein Maximum erreicht. Andere Studien wiederum kamen zu dem Ergebnis, dass die Acrylamidbildung mit steigender Temperatur weiter zunimmt. Je länger und je heißer also Kartoffelstücke oder Pommes Frites frittiert werden, desto höher dürfte auch ihr Acrylamid-Gehalt liegen.
Nachgewiesen wurde es auch in Kosmetikprodukten. Kosmetika können das Binde- und Haftmittel Polyacrylamid und damit auch seinen Ausgangsstoff Acrylamid enthalten. Das Risiko von Acrylamid in Kosmetika kann nach Expertenansicht vernachlässigt werden. "Wir wissen überhaupt nicht, ob auf die Haut aufgetragenes Acrylamid aufgenommen wird", erklärte jüngst dazu Professor Edgar Schömig, Direktor des Instituts für Pharmakologie der Universität Köln.

Weitere Informationen:
Acrylamid in Pommes, Chips und Backwaren