Übergewicht: Statt weniger Fett mehr Proteine
 
 
Nicht weniger Fett oder Kohlenhydrate, sondern eine bessere Versorgung mit Proteinen ist nach Ansicht von Experten der beste Weg, Übergewicht in den Griff zu bekommen. Diese Meinung vertritt der Ernährungsforscher David Raubenheimer von der Universität Auckland.

In Verhaltensexperimenten fand Raubenheimer demnach zusammen mit seinem Oxforder Kollegen Stephen Simpson heraus, dass verschiedene Tierarten und auch Menschen ihre Nahrungsaufnahme am Gehalt der Proteine ausrichten. Enthalte das Nahrungsangebot wenig Protein, tendierten Menschen und Tiere dazu, immer weiter Nahrung inklusive Fett und Zucker aufzunehmen, bis der Eiweiß-Hunger gestillt sei.

Das führe etwa bei Diäten mit vielen Kohlenhydraten dazu, dass dem Körper insgesamt mehr Energie zugeführt werde, als er brauche, „Kalorien, die wir dann in Fettpolstern speichern“, sagte Raubenheimer.

Umgekehrt könne man, wenn die Zufuhr von Proteinen, wie sie zum Beispiel in magerem Fleisch oder Fisch enthalten sind, nur leicht erhöht werde, die Kalorienaufnahme deutlich senken. Die Sättigung setze dann früher ein.

Raubenheimer und Simpson nennen das Phänomen den »Protein-Hebel-Effekt«. Der Hypothese Raubenheimers und Simpsons zufolge könnte ein Unterangebot an Proteinen einer der Gründe für die zunehmenden Probleme mit Übergewicht sein.

Quelle: ÖAZ 21/2004