Beta-Carotin - ein Radikalfänger
 
 
Vitamin A ist ein wichtiger Bestandteil des lichtempfindlichen Sehpurpurs der Netzhaut. Zudem sorgt Vitamin A für gesunde Haut und Schleimhäute, es ist zudem ein Radikalenfänger. In seiner aktiven Form kommt Vitamin A in Lebensmitteln tierischer Herkunft (Lebertran, Fisch, Leber, Milch, Butter, Eier) vor. Zahlreiche Obst- und Gemüsesorten (z. B. Orangen, Karotten, Spinat, Broccoli und Kürbis) enthalten die Vitamin-A-Vorstufe Beta-Carotin, die im menschlichen Körper zu Vitamin A umgewandelt werden kann. Beta-Carotin wird deshalb auch als Provitamin A bezeichnet. Die Nahrungsmittelindustrie verwendet Beta-Carotin als Lebensmittelfarbstoff oder zur „Vitaminanreicherung“ von Produkten.

Carotine haben wie Vitamin C und E antioxidative Wirkung im Körper und können so die Oxidations- oder Reduktionsprozesse steuern. Bei oxidativen Reaktionen entstehen sogenannte freie Radikale, ein Überschuss dieser Radikale wird als "oxidativer Stress" bezeichnet und mit Folgeschäden wie Krebs oder Arteriosklerose in Verbindung gebracht.

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Foto: ÖAZ "Mikronährstoffe - kompakt"
Beta-Carotin wirkt als "Radikalfänger". Personen, die hohe Plasmakonzentrationen an Beta-Carotin, Vitamin C und E aufweisen, sollen nach mehreren Beobachtungsstudien seltener an Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Es wird geschätzt, dass wir dem Körper bei normalen Ernährungsgewohnheiten tägliche etwa 1 mg Beta-Carotin durch Gemüse und maximal 0,5 mg durch Obst zuführen. Die »D-A-CH-Referenzwerte« für die Beta-Carotin-Zufuhr liegen bei 6 mg pro Tag. Bei diesem Wert handelt es sich um »Empfehlungs-, Schätz und Richtwerte der deutschen, österreichischen und schweizerischen Ernährungsgesellschaften für den Durchschnittsbedarf des jeweiligen Nährstoffs zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit bei nahezu allen Gesunden«. Mehr darüber Österreichische Apotheker-Zeitung, Mag. Karin Hofinger in "Mikronährstoffe - kompakt", (ÖAZ 19/07 ff.)

Vorsicht Raucher: Es gibt Hinweise, dass das bestehende Lungenkrebsrisiko bei starken Rauchern durch die tägliche Gabe von mehr als 20 mg Beta-Carotin zusätzlich zur normalen Ernährung erhöht werden kann. Es muss aber betont werden, dass die Ursache des Problems das Rauchen und nicht das Beta-Carotin ist. Die beste Maßnahme zur Vermeidung von Lungenkrebs ist das Rauchen einzustellen!

Beipacktexte beachten:
Wenn ein Präparat mehr als 20 Milligramm Betacarotin enthält, muss im Beipacktext stehen: "darf nicht angewendet werden….wenn Sie starker Raucher sind….“
Wenn der Gehalt an Betacarotin geringer ist, muss auch ein entsprechender Warnhinweis im Beipacktext hinein ("soll von starken Rauchern nicht über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden.. ")

Von dieser Vorschrift sind
Vitaminpräparate und -säfte, die es im Supermarkt oder übers Internet gibt, nicht betroffen. Aber auch diese Präparate enthalten manchmal Beta-Carotin in für Raucher bedenklich hohen Mengen. Rechtlich sind diese Produkte aber keine Arzneimittel, sondern Nahrungsergänzungsmittel. Internationale Gesellschaften empfehlen Rauchern deshalb, auf den Verzehr von Beta-Carotin-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln sowie Getränken, die mit hohen Beta-Carotin-Mengen angereichert sind, zu verzichten.

Tipp vom Apotheker: wenn Sie meinen, Sie brauchen für Ihre Gesundheit Vitamintabletten oder entsprechende Säfte, dann nehmen Sie lieber zugelassene Arzneimittel aus der Apotheke. Lesen Sie unbedingt den Beipacktext, vor allem, wenn Sie rauchen. Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker, kann Ihnen alle wichtigen Fragen zu Ihren Arzneimitteln beantworten.


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