Wundpflaster für die schnelle Erste Hilfe
 
Tipps von der Apothekerin: ein Pflaster, das feuchte Wundheilungsbedingungen schafft
 
Schon die alten Ägypter waren mit den Techniken der Wundbehandlung vertraut. Damals bestand das Verbandmaterial aus Leinenbinden, die nach dem Prinzip des Mumifizierens in Öl und Honig getränkt wurden.

Römer und Griechen tränkten ihre Verbandstoffe in Wein und benutzten Spinnweben zur Blutstillung. Der griechische Arzt Galen (Claudius Galenus; ca. 129 -199) verfasste bereits Anleitungen für über 100 verschiedene Wundverbände.

Heute kann man kleine Verletzungen ganz einfach mit einem Pflaster versorgen. Auch an ein Standardpflaster werden hohe Anforderungen gestellt.

    Sonderpostmarke (Erscheinungsdatum: 16.9 1977)
    Das Markenbild zeigt einen Ausschnitt aus dem Gemälde "Der Samariter" von Francesco Bassano (1549-1592): Wundversorgung in biblischen Zeiten: "Und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn" (Lukas 10,34).

Für die schnelle Erste Hilfe gibt es Wundpflaster
Pflaster passen sich den Körperkonturen an und fixieren sicher die Haut. Sie sind in Kliniken, Praxen und im Haushalt stets gebrauchsfertig zur sterilen Erstversorgung bei Wunden aller Art einsetzbar. Ihre Anwendung ist sehr einfach. Über das saugfähige Wundkissen aus Baumwolle oder Viskose, wird Sekret rasch aufgenommen und die Wundreinigung beschleunigt. Eine Polyester oder Polyethylen-Auflage verhindert das Verkleben mit der Wunde. Als Trägermaterialien werden feine, elastische Vliesstoffe aus Polyester oder Mischungen mit Polyamid, Gewebe, oder reißfestes Polyurethan verwendet.

Tipps von der Apothekerin:
  • Achten Sie bei der Auswahl des Pflasters darauf, dass die Wundauflagefläche größer ist als die Wunde.
  • Sie sollten die Wundauflagefläche beim Abziehen der Schutzfolie auf keinen Fall berühren!
  • Auch Wundsalben, Pasten, Gelees, Puder oder ähnliches dürfen bei der Erstversorgung niemals auf eine Wunde aufgetragen werden.
  • Bemühen Sie sich, das Pflaster faltenfrei aufzubringen.

Pflaster sollen luft- und wasserdampfdurchlässig, dehnbar und hautfreundlich sein und die Wunde gut verschließen. Sie kommen zum Einsatz als:
      • Wundschnellverband
      • Verbandmöglichkeit an schwierigen Körperstellen, wie Hals oder Gelenken
      • Spezialpflaster
      • Fixierungen

Durch gesicherte Wundruhe wird der Heilungsprozess positiv beeinflusst. Ein gutes Pflaster muss sich einfach und schmerzlos entfernen lassen.

Die optimale Methode, eine Wunde zu versorgen:
ein Pflaster, das feuchte Wundheilungsbedingungen schafft.
Heute gibt es auch eine Reihe von Spezial-Pflaster, wie etwa die sogenannten hydroaktiven Pflaster zur feuchten Wundheilung. Diese Pflaster verhindern durch spezielle Wundauflagen ein Austrocknen der Wunde, für die Heilung wesentliche Substanzen wie Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren können auf diese Weise in der Wunde wirksam werden und die Neubildung von Zellen anregen. Auch das Infektionsrisiko lässt sich durch den Erhalt eines feuchten Wundmilieus deutlich senken.

Dabei finden hauptsächlich folgende Substanzen Verwendung:
Alginate, die aus Braunalgen gewonnen werden. Sie sind in der Lage, Wundsekret aufzunehmen, und bilden dabei ein zähflüssiges Gel, das die Wunde feucht hält. Vor allem bei stark nässenden oder tiefen Wunden eignen sich Alginate besonders zur Wundversorgung. Neuere Alginate enthalten zusätzlich Zink- oder Mangan-Ionen, die die Zellaktivität stimulieren und somit die Neubildung des Gewebes anregen.
Hydrokolloide, diese bilden durch die Aufnahme von Wundsekret ein Gel, das die Wunde feucht hält. Sie sind bei jeder Art von Wunden einsetzbar.
Hydrogele: sie stehen als Fertigverbände oder als Gele zur Verfügung. Sie sind vor allem zum Aufweichen und Ablösen abgestorbener, trockener Gewebeteile oder Beläge geeignet.
Silber-Aktivkohle-Wundauflagen: Da Silber bakterientötende Effekte zeigt, eignen sich Silber-Aktivkohle-Wundauflagen insbesondere zur Vorbeugung von Wundinfektionen und können auch zur Reinigung von bereits infizierten Wunden angewendet werden.


Nähere Informationen rund um die verschiedenen Pflaster gibt es in Ihrer Apotheke.

Starten Sie hier die Sendung:
TV-Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager in der Sendung "Heute Leben" am 9. 10. 2013 zum Thema:
Moderne Wundversorgung
Egal ob Schürf- oder Kratzwunden oder ein kleiner Schnitt mit dem Messer, der Körper versucht, die Verletzungen so rasch wie möglich zu beseitigen. Neben diesem natürlichen Prozess, ist für die Wundheilung die richtige Versorgung der Wunde maßgebend. War man damals der Meinung, die Wunde „an der Luft zu trocknen“, versucht man in der modernen Wundheilung ein feuchtes Milieu um die Wunde zu schaffen und einen optimalen Heilungsprozess herzustellen.

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