Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: #DUbistnichtallein
 
Welt-CED-Tag am 19. Mai
 
10 Millionen Menschen leiden weltweit an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Allein in Europa leben 3,4 Millionen Betroffene, in Österreich gibt es laut der Österreichischen Morbus Crohn-Colitis ulcerosa-Vereinigung bis zu 80.000 Personen, die von der unheilbaren Darmerkrankung betroffen sind.
Seit 2010 wird jährlich am 19. Mai der Welt-CED-Tag begangen. Er wird von der „Europäischen Vereinigung der Morus Crohn und Colitis ulcerosa Verbände“ koordiniert und will mit weltweiten Aktionen auf die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und ihre Betroffenen aufmerksam machen. In Wien soll am 19. Mai 2019 auf der Kaiserwiese im Prater die „größte menschliche lila Schleife“ gebildet werden. Am Abend wird das Wiener Riesenrad in der Farbe „Lila“ – der internationalen Farbe für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – erstrahlen.
Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen?
Typische Anzeichen für chronisch entzündliche Darmerkrankungen können Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, schmerzhafter Stuhlgang, allgemeines Krankheitsgefühl, Gewichtsverlust, Fieber, Anämie und Wachstumsstörungen sein.
Aber auch außerhalb des Darmes können Beschwerden auftreten, wie z.B. Arthritis (Gelenksentzündungen an Knie, Hüfte, Ellbogen, Schulter oder Wirbelsäule), rötliche Knötchen unterhalb der Haut, Hautgeschwüre, Augenentzündungen an Bindehaut, mittlerer Augenhaut und Regenbogenhaut, Verengung der Gallengänge durch Entzündungen und Vernarbungen.
Für die Erkrankung charakteristisch ist ein Wechsel zwischen akuten Schüben und beschwerdefreien Phasen. Die Entzündungen im Darm entstehen durch eine Fehlreaktion des Immunsystems – dabei wird ein Überschuss an entzündungsfördernden Stoffen in der Darmwand ausgeschüttet. Eine Vorbeugung gegen CED ist leider nur schwer möglich. Denn die Ursachen für die Erkrankung sind nicht geklärt. Bei den Betroffenen ist meist eine genetische Veranlagung gegeben, aber auch Infektionen im Darm können zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen führen. Diagnostiziert werden CED durch eine labor-chemische Untersuchung von Blut und Stuhl, Magen-/Darmspiegelungen und Ultraschall.
Die häufigsten Ausprägungen von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Morbus Crohn
Bei Morbus Crohn können von Mund bis After sämtliche Bereiche des Verdauungstraktes betroffen sein. Häufig befallen ist der untere Abschnitt des Dünndarms am Übergang zum Dickdarm, der Zwölffingerdarm, der gesamte Dünndarm und/oder der Dickdarm, der Magen sowie die Speiseröhre. Die Entzündungen reichen tief in alle Darmwandschichten. Es kann an unterschiedlichen Stellen im Körper zu Fisteln kommen. Die Schädigung des Dünndarms kann zu einer Mangel- oder Unterernährung der Betroffenen führen, da wichtige Substanzen wie Kalzium, Vitamin D, Eisen, Zink, Vitamin B12 und Folsäure nicht ausreichend in den Körper aufgenommen werden können. Rauchen beeinflusst den Krankheitsverlauf bei Morbus Crohn negativ.

Colitis ulcerosa
Bei Colitis ulcerosa ist der Dickdarm entzündet, betroffen sein können der Mastdarm, der linksseitig absteigende Dickdarm, ausgedehnte Teile des Dickdarms oder in seltenen Fällen der gesamte Dickdarm. Die Entzündungen sind nicht so tiefreichend wie bei Morbus Crohn und beschränken sich meist auf die Schleimhaut. Bei Colitis ulcerosa sollte der Darm regelmäßig mittels Darmspiegelung und Biopsie auf krebsartige Veränderungen kontrolliert werden, um das Risiko einer Krebserkrankung zu minimieren.

Therapie bei CED
Die Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen richtet sich in erster Linie gegen die Symptome und soll akuten die Darmentzündungen lindern bzw. beseitigen. Bei der medikamentösen Behandlung kommen Entzündungshemmer, Immunsuppressiva und Biologika zum Einsatz.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen besonders wichtig. Um einer Mangelernährung vorzubeugen, kann bei akuten Krankheitsschüben eine spezielle Ernährung mit Trinklösungen („Astronautenkost“) oder die Zufuhr einer Nährstofflösung über einen Venenzugang direkt in die Blutbahn erforderlich sein.
Im Krankheitsverlauf kann auch eine Darmoperation erforderlich werden, wenn die medikamentöse Therapie nicht mehr wirkt, Engstellen im Darm entstehen, ein Darmverschluss droht, innere Fisteln/Abszesse bestehen, Blutungen im Darm nicht gestillt werden können oder Hinweise auf Darmkrebs(-vorstufen) bestehen.

Quellen und weiterführende Informationen:
Österreichische Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung
Europäische Vereinigung der Morus Crohn und Colitis ulcerosa Verbände
https://worldibdday.org/
https://ced-kompass.at/news/2837-2/
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verdauung/darmerkrankungen/inhalt