Depression: ein Kräutlein gegen die Traurigkeit
 
Johanniskraut hat nachweisbar stimmungsaufhellende Wirkung
 
Immer mehr Menschen erleben Phasen depressiver Verstimmungen. Oft können milde pflanzliche Präparate aus der Apotheke helfen, da wieder heraus zu finden.

Überreizt, überfordert, übergangen - so sieht es für die Seele oft aus. Die kleineren und größeren Belastungen summieren sich und münden in depressiven Verstimmungen. Freilich ist nicht jede Niedergeschlagenheit eine depressive Verstimmung und nicht jede depressive Verstimmung braucht eine medikamentöse Behandlung - schon gar keine „ schweren Geschütze“. Aber in vielen Fällen können milde pflanzliche Präparate den Weg aus dem Tal heraus finden helfen.

Diese Präparate enthalten vor allem Extrakte einer Pflanze: Johanniskraut. Schon in der Antike wurde es zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt. Da die Volksmedizin so große Stücke auf das Kraut mit den kleinen gelben Blüten hält, wurde es auch nach modernen wissenschaftlichen Kriterien getestet. Die Ergebnisse sind eindeutig und bescheinigen dem Johanniskraut eine nachweisbar stimmungsaufhellende Wirkung.

Bei Studien hat sich gezeigt, dass Johanniskraut bei leichten und mittelschweren Depressionen gleich gut wirkt wie synthetische Psychopharmaka. Beide beeinflussen Botenstoffe im Gehirn. Die Johanniskrautpräparate sind jedoch wesentlich besser verträglich. Es kommt zu keiner Beeinträchtigung beim Bedienen von Maschinen oder im Straßenverkehr.

Voraussetzung für diese Untersuchungen waren Extrakte gleichbleibend guter Qualität mit einem genau bestimmten Gehalt. Solche gibt es auch im Handel. Die Arzneimittelexperten in der Apotheke wissen, welche Präparate gut und empfehlenswert sind - sei es als Kapseln, Dragees oder Tropfen.
Wem der Tee lieber ist, kann auch Johanniskrauttee trinken. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es beim Tee nicht so einfach ist, auf die erforderliche Menge an Wirkstoffen zu kommen - dazu muss man schon sehr gerne Tee trinken. Die ausreichende Menge an Inhalts- beziehungsweise Wirkstoffen ist auch eines der Qualitätskriterien für Phytopharmaka aus Johanniskraut.

Bei der Einnahme von Johanniskrautpräparaten kann gelegentlich, besonders bei hellhäutigen Personen, eine Lichtüberempfindlichkeit auftreten. Diese zeigt sich in Form von sonnenbrandähnlichen Entzündungen der Hautpartien, die stärkerer Sonnenbestrahlung ausgesetzt waren - Höhensonne oder Solarium daher besser meiden. Darüber hinaus sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten.