Sieben Tipps für Gesundheit und Sicherheit im Garten
 
Wie Sie Unfallgefahren vermeiden und den Impfschutz überprüfen
 

    Jetzt im Frühling beginnt auch wieder die Saison für die Hobbygärtner. Gartenarbeit ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung in der Natur, sie dient der körperlichen Gesundheit und schafft Lebensfreude. Für viele Menschen ist die Beschäftigung mit Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, das Säen, Pflegen und Ernten im Garten nach der Arbeitszeit oder am Wochenende ein guter Ausgleich zum Berufsalltag. Die Arbeit im Freien stärkt das Herz-Kreislauf-System und hält fit, schützt vor Osteoporose und kann sogar Depressionen und Ängsten vorbeugen: Durch die Gestaltung eines kleinen Stückchens Land fühlen wir uns "geerdet". Dies hilft, den Wechsel des Lebens besser zu verstehen. Pflanzen lehren uns, dass es immer einen neuen Zyklus, ein neues Leben gibt.

    Gartenarbeit, egal ob der Rasen gemäht, die Hecke geschnitten, Äste gehäckselt oder das Obst geerntet wird, kann aber auch mit Gefahren für unsere Gesundheit verbunden sein. Alle 24 Minuten verletzt sich in Österreich ein Heimwerker so schwer, dass er im Spital behandelt werden muss - das macht 21.100 pro Jahr, und das sind nur die schweren Fälle. Dazu kommen noch jene Heimwerker, die ihre Wunden selbst versorgen oder nur den Hausarzt konsultieren. 71 Prozent der Freizeithandwerker verletzen sich im Freien (Garten oder Hof), nur 29 Prozent verunglücken in den eigenen vier Wänden. Falsche Anwendung der Geräte schlägt als Unfallursache Nummer eins zu Buche: 70 Prozent der Verunfallten gaben an, Säge, Holzspaltmaschine, Handbohrer oder Schleifgerät nicht fachgerecht benutzt zu haben. (Quelle: Institut Sicher leben). Für die Gartenarbeit sollte man sich aber nicht nur richtig ausrüsten und mit den Geräten fachgerecht umgehen, wer sich viel im Freien aufhält sollte auch regelmäßig seinen Impfschutz kontrollieren.
Sieben Tipps vom Apotheker für mehr Sicherheit im Garten
  1. Denken Sie an Ihren Tetanus-Schutz. Bei der Gartenarbeit verletzt man sich leicht; selbst kleinste Hautwunden können zu einer Infektion mit den Bakterien führen. Überprüfen Sie daher den Impfschutz, die Tetanus-Impfung soll nach den neuen Impfempfehlungen alle 10 Jahre gemeinsam mit der Diphtherie-Impfung (Kombinationsimpfstoff) wiederholt werden. Nach dem 60. Lebensjahr müssen diese beiden Auffrischungsimpfungen allerdings schon alle 5 Jahre gegeben werden. Nähere Informationen in allen Apotheken - dort sollten Sie auch jetzt Ihre Hausapotheke kostenlos überprüfen lassen!
  2. Schützen Sie sich vor Zecken – sie lauern auch im Garten! Zecken können FSME und Borreliose übertragen. Benutzen Sie Insektenschutzmittel, tragen Sie helle Kleidung (darauf sind die Tiere besser zu sehen) mit langen Beinen und Ärmeln. Kontrollieren Sie Ihren Körper jeden Abend auf Zecken. Gegen FSME sollten Sie geimpft sein, Tipps gegen Borreliose und neue Informationen zur FSME-Impfung (wann ist die nächste Auffrischungsimpfung notwendig?) erhalten Sie ebenfalls in Ihrer Apotheke.
  3. Arbeiten Sie gelenk- und rückenschonend. Vermeiden Sie gebückte Arbeitshaltung, nutzen Sie Hebe- und Tragehilfen (z.B. Sackkarren) für den Transport von Gartenkübeln, Säcken mit Blumenerde usw. Im Fachhandel gibt es spezielle Knieschoner und Sitze für die Gartenarbeit. Achten Sie auf Geräte, die gut in der Hand liegen und Ihrer Körpergröße angepasst sind.
  4. Tragen Sie wettergerechte Kleidung: Sie sollte auf jeden Fall atmungsaktiv sein, weil Sie bei der Gartenarbeit leicht ins Schwitzen kommen. Bei kühleren Temperaturen ist es wichtig, die Nieren zu wärmen. Vergessen Sie bei Sonnenschein nicht, eine gute Sonnencreme zu verwenden!
  5. Vermeiden Sie Unfallgefahren: Lassen Sie niemals Geräte liegen, und rollen Sie auch den Gartenschlauch nach Benutzung immer auf – er ist sonst eine gefährliche Stolperfalle. Leitern sollten sicher aufgestellt und richtig benutzt werden: Keine Akrobatik mit zu kleinen Leitern. Beschädigte Leitern sofort austauschen. Wenn kleine Kinder im Haushalt leben, sollten Sie auf einen Gartenteich verzichten oder ihn zumindest wirklich stabil und hoch genug einzäunen.
  6. Prüfen Sie genau, ob der Einsatz von Gartenchemikalien (Pflanzenschutz- und Düngemittel, Unkrautvernichter usw.) wirklich erforderlich ist; erkundigen Sie sich nach gesundheitlich und ökologisch unbedenklichen Alternativen. Verwenden, lagern und entsorgen Sie Gartenchemikalien nur streng nach Anleitung: Lesen Sie die Gebrauchsanweisung und fragen Sie nach dem Sicherheitsdatenblatt des Produktes. Halten Sie Kinder von Gartenchemikalien und -gerätschaften fern: Der Geräteschuppen und frisch gedüngte oder mit Unkrautvernichter behandelte Rasenflächen sind kein Spielplatz!
  7. Für Heuschnupfen-Allergiker wichtig: den Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen angebaut werden.