Augentropfen richtig anwenden
 
Augentropfen können nur wirken, wenn sie eine gewisse Zeit im Auge bleiben und sich dort gut verteilen.
 
Vielen Patienten fällt die richtige Anwendung von Augentropfen nicht leicht. Wenn Sie sich Augentropfen selbst eintropfen müssen, dann sollten Sie dies vor einem Spiegel in folgender Reihenfolge tun:


  • Bevor Sie Ihre Augentropfen nehmen, sollten Sie die Hände gründlich waschen.
  • Einige Augentropfen müssen vor der Anwendung kräftig geschüttelt werden (Gebrauchsinformation lesen).
  • Da kalte Präparate Tränenfluss und Lidschlag anregen, sollte man die Augentropfen in der Hand oder Hosentasche vor der Anwendung auf Körpertemperatur vorwärmen.
  • Augentropfen aufschrauben und Flaschenmündung nicht mit Auge oder Fingern berühren, da sonst Keime in die Lösung gelangen können.
  • Zum Eintropfen Kopf leicht in den Nacken neigen und nach oben schauen.
  • Unteres Augenlid nach unten ziehen.
  • Einen Punkt an der Decke fixieren, um Lidschlag zu vermeiden.
  • Flasche nah an das Auge führen und durch leichtes Drücken auf die Flasche jeweils nur einen Tropfen in den unteren Bindehautsack träufeln, das Auge kann nicht mehr aufnehmen.
  • Wenn man mehr als einen Tropfen in das geöffnete Unterlid tropft, wird die überschüssige Flüssigkeit durch die Tränenkanäle schneller abtransportiert. Dies vermindert die Wirkung am Auge und kann zu verstärkten Nebenwirkungen führen.
  • Wenn der Tropfen Ihr Auge verfehlt, versuchen Sie es erneut.
  • Danach Augen langsam schließen – nicht zukneifen – und leicht mit Augäpfel rollen. Um einen schnellen Abfluss des Tropfens in den Tränenkanal zu vermeiden, können Sie etwa 1 Minute auf den inneren Augenwinkel an der Nase drücken.
  • Müssen mehrere verschiedene Augentropfen appliziert werden, mindestens zehn Minuten zwischen den einzelnen Anwendungen warten. Tränenersatzmittel erst eine halbe Stunde nach den letzten wirkstoffhaltigen Tropfen verwenden!
  • Kontaktlinsen frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einsetzen.
  • Nach dem Eintropfen können Sie fünf bis zehn Minuten lang schlechter sehen. In dieser Zeit dürfen Sie kein Fahrzeug lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.
  • Jedes Augentropfen-Fläschchen darf nur von einer Person benutzt werden (Gefahr der Keimübertragung!). Bitte beachten Sie die Aufbrauchfristen

Patienten mit alters- oder krankheitsbedingten Einschränkungen der Feinmotorik gelingt es oft nicht, die Augentropfen selbst korrekt abzutropfen. Diesen Personen wird empfohlen, zusätzliche Hilfsmittel zu verwenden. Um das Eintropfen aus handelsüblichen Kunststoff-Mehrdosenbehältnissen zu erleichtern, gibt es verschiedene Applikationshilfen. Diese Vorrichtungen können sowohl das Entleeren der Tropffläschchen als auch deren korrekte Positionierung über dem Auge erleichtern. Sind ergonomisch deutlich günstigere Packmittelalternativen erhältlich, dann kann man auch an einen Präparatewechsel denken.

In dringenden Fällen kann man auch von der konventionellen Anwendungsmethodik abweichen: Dabei legt sich der Patient völlig flach (also ohne Kopfkissen) hin und tropft bei zunächst geschlossenem Lid das Arzneimittel unter Verwendung beider Hände auf den inneren Lidwinkel (Canthus medialis). Danach öffnet er das Auge, wodurch die Lösung spontan auf die Horn- und Bindehaut abfließt, und verbleibt noch etwa eine Minute in dieser Stellung. Der Lidwinkel muss zuvor mit einem sauberen (Einmal-)Tuch von Schmutz oder Sekretresten gesäubert werden. Als letzte Möglichkeit bietet sich die Anwendung durch eine Pflegeperson an.

Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker informieren Sie gerne über Handhabung, Aufbrauchfristen und Besonderheiten (z. B. spezielle Lagerung) Ihrer Augentropfen!