Tipp von Ihrem Apotheker bei Diabetes: ACHTUNG! Unterzucker!
 
Ist der Betroffene bei Bewusstsein, kann mit einem Zuckerwürfel oder zuckerhältigen Getränken rasch gegengesteuert werden.
 
In Österreich gibt es rund 500.000 diagnostizierte Diabetiker, etwa 100.000 davon sind insulinpflichtig. Etwa noch einmal soviel sind noch nicht als zuckerkrank erkannt. Eine der gefährlichsten Erscheinungsformen dieser Krankheit ist - neben den Langzeiterscheinungen - die Unterzuckerung (Hypo bzw. Hypoglykämie). Dabei fällt der Blutzuckerwert des Diabetikers unter 70 mg/dl. Es kommt zu Schwindelanfällen, das Gehirn wird nicht mehr mit genügend Energie versorgt. Und das kann bis zum Koma und letztlich zum Tod führen.

Hypoglykämien sind häufige Begleiterscheinung der Diabetestherapie. Schwitzen, Zittern und Konzentrationsschwäche – das sind die klassischen Symptome einer Hypoglykämie. Oft werden diese Symptome jedoch falsch gedeutet und deshalb nicht oder zu spät erkannt. Bei fortschreitender Unterzuckerung treten „neuroglypenische“ Symptome wie Benommenheit, Sprach- und Sehstörungen auf. In schweren Fällen kann die Unterzuckerung auch zu Hilflosigkeit und Bewusstseinsverlust führen. Die Betroffenen sind dann nicht mehr in der Lage, die Hypoglykämie als solche zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Nicht nur Symptome erkennen – auch handeln!
Bei einer Hypoglykämie muss rasch gehandelt werden: mit der Aufnahme von schnell resorbierbaren Kohlenhydraten kann die Unterzuckerung beendet werden. Ist der Betroffene bei Bewusstsein, kann mit einem Zuckerwürfel oder zuckerhältigen Getränken rasch gegengesteuert werden. Wenn der Patient allerdings einen α-Glukosidasehemmer verwendet, hilft nur ein Stück Traubenzucker, weil Di- und Oligosaccharide in dieser Situation nur verzögert aufgenommen werden.

Da bei schweren Hypoglykämien Denkstörungen oder Verwirrtheit auftreten können, ist die Verwahrung von Traubenzucker immer am gleichen Platz (zum Beispiel linke Jackentasche) empfehlenswert. Wichtig ist auch, dass Personen aus dem Umfeld, zu Hause oder am Arbeitsplatz informiert sind und bei einer schweren Hypoglykämie richtig handeln können.

    Diabetes-Notfallanhänger
    Diabetes Austria - Initiative Soforthilfe für Menschen mit Diabetes – empfiehlt Zuckerkranken das Tragen eines „DIABETES - WAS TUN?“-Anhängers, der seine(n) Träger(in) nachdrücklich als DIABETIKER(IN) ausweist und durch klar formulierte Anweisungen hilfsbereiten Menschen ermöglicht, rasch und effizient zu handeln. Bezugsquellen und nähere Informationen unter www.diabetes-austria.com