Mikropillen, Minipillen, Einphasenpräparate, Zwei- oder Dreistufenpräparate….
 
 
1960 ließ die amerikanische Arzneimittel-Zulassungsbehörde FDA (Federal Drug Administration) das erste Hormonpräparat als Verhütungsmittel zu. Diese »Pillen« enthielten hochdosierte Hormone. Heute garantieren niedriger dosierte Präparate die gleiche Sicherheit und weisen geringere Nebenwirkungen auf (sogenannte »Mikropillen«).

Die sogenannte Mikropille: Ovulationshemmer vom Kombinationstyp Östrogen / Gestagen mit einem Östrogenanteil (Ethinylestradiol ) unter 0,05 Milligramm (mg), also 50 Mikrogramm (µg) pro Tag. Der Großteil der heutigen Präparate enthält entweder 20 oder 30µg.

Zwei Entwicklungen haben die »Pille« verträglicher gemacht: die Senkung der Hormondosen und die Verwendung verträglicherer Gestagene. In den fixen Estrogen / Gestagenkombinationen ist stets »Ethinylestradiol« Partner von verschiedenen Gestagenen.

Gebräuchliche Gestagene:

      1. Generation: Norethisteron, Lynestrenol
      2. Generation: Levonorgestrel
      3. Generation: Gestoden, Desogestrel, Norgestimat
Spezielle Gestagene:
      Das Gestagen Drospirenon wirkt einer vermehrten Wassereinlagerung entgegen, die durch das Östrogen verursacht wird
      Chlormadinonacetat, Dienogest und Cyproteronacetat wirken sich günstig auf die Haut aus (antiandrogener Effekt).

Bei den Mikropillen unterscheidet man zwischen
      • Einphasenpräparaten (21 Tage lang eine feste Kombination Östrogen und Gestagen)
      • Zweiphasenpräparaten (Sequenzpräparate) hier enthalten die ersten sieben Dragees nur Östrogen und die nächsten 14 enthalten Östrogen und Gestagen, und
      • Zwei- oder Dreistufenpräparaten (jede Packung einhält zwei bzw. drei unterschiedliche Dosierungen - als Anpassung an die natürlichen Hormonschwankungen).

Die sogenannte Minipille: Niedrig dosiertes Gestagene allein (wie z.B. Levonorgestrel, Lynestrenol oder Norethisteron). Die Minipillen beeinflussen vornehmlich die Konsistenz des Zervikalsekrets (behindert Spermienaufstieg) und greifen meist nicht in die Eireifung ein, es findet in der Regel ein Eisprung statt.

Die meisten Minipillen müssen auf die Stunde genau eingenommen werden. Schon bei einer einmaligen Abweichung der Einnahmezeit um mehr als drei Stunden ist die verhütende Wirkung nicht mehr gesichert. Dieses strenge Zeitfenster gilt für die Minipille, die das Gestagen Desogestrel enthält, nicht. Bei ihr lässt sich die Einnahme gelegentlich um bis zu zwölf Stunden verschieben, ohne dass der Empfängnisschutz beeinträchtigt wird. Studien haben gezeigt, dass 75 µg des hochselektiven Gestagens Desogestrel die Ovulation ebenso sicher verhindern, wie ein kombiniertes Östrogen-Gestagen-Präparat.

Minipillen sind am besten geeignet für die Anwendung in der Stillzeit und bei Frauen, die Östrogene nicht verwenden dürfen oder wollen.


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