Die Mariendistel: leberschützend, leberstärkend und entgiftend
 
 
Heilpflanzen, die bei Lebererkrankungen eingesetzt werden, nennt man Hepatoprotektiva.

Silybum marianum (L.) Gaertn. (= Carduus marianus L., = Mariana mariana [L.] Hill.) Mariendistel

Foto: F.Biba
    Schon bei Plinius und Dioskurides wurde „silybum“ als eine distelartige Arzneipflanze erwähnt. Im Namen steckt das griechische Vokabel sílybon oder sílybos (=Quaste) womit eindeutig die auffällig violett leuchtenden kugelförmigen Korbblütenstände gemeint sind. Die Pflanze wird bereits im Kräuterbuch des Adam Lonitzer (Lonicerus) von 1679 als Mittel „gut zu der entzündeten Leber“ empfohlen. Von der hl. Hildegard wird die Pflanze Carduus marianus genannt. Carduus war bei den alten Römern die Bezeichnung für bestimmte Disteln. Der Beiname marianus und der deutsche Name Mariendistel weisen auf eine alte Legende hin, nach der die weißen Streifen auf den Blättern von der Milch der Muttergottes herrühren sollen.

    Pharmazeutische Anwendung fanden die Wurzel, das Kraut und die Früchte. Diese waren als Fructus Cardui Mariae offizinell und wurden auch zur Radermacherschen Tinct. Cardui mar. verarbeitet (benannt nach Johann Gottfried Rademacher, 1772 bis 1850).

    Die Mariendistel ist eine im Spätsommer mit auffällig violett leuchtenden Blüten ausgestattete Pflanze, die etwa 1,5 m hoch wird. Die leicht marmorierten Blätter haben einen dornigen Rand. Fährt man mit dem Finger unter leichtem Druck über eine dieser marmorierten Stellen, dann verschwindet die Farbe aus der weißen Ader. Des Rätsels Lösung: Die Epidermis auf dem Mariendistel-Blatt ist an diesen Stellen abgehoben und bildet darunter luftgefüllte kleine Polster. Infolge der veränderten Lichtbrechung erscheinen diese Bereiche weiß.

    Silymarin ist ein aus den Früchten der Mariendistel (auch Christi Krone oder Lait de Notre Dame genannt) gewonnener Wirkstoff, der leberschützend, leberstärkend und entgiftend wirkt.

    In Österreich ist das Waldviertel zu einem Zentrum für die europäische Mariendistelproduktion und -verarbeitung geworden

    Verwendete Pflanzenteile: Früchte (kleine Nussfrüchte, so genannte Achänen; griech.: a chaino = nicht öffnen)

    Inhaltsstoffe: Flavonolignane, die im Gemisch als Silymarin bezeichnet werden. Die Früchte werden ausgepresst, das fette Öl kann in der Nahrungsmittelindustrie weiter verwendet werden, der Pressrückstand enthält die therapeutisch interessanten Verbindungen.

    Wirkung: Silymarin wirkt leberschützend, leberstärkend und entgiftend; die Leberzellmembranen werden stabilisiert, die Regeneration von Leberzellen wird beschleunigt, Radikale werden abgefangen.

    Anwendung: Die Wirksamkeit von Silymarin-haltigen Arzneispezialitäten ist bei toxischen Leberschädigungen gut belegt; besonders eindrucksvoll ist der Einsatz parenteraler Zubereitungen bei Knollenblätterpilz-Vergiftungen. Möglicherweise ist Silymarin in der Form hochdosierter Infusionen auch gegen Hepatitis C einsetzbar. Studien am Wiener AKH, in denen Patienten mit chronischer Hepatitis C ein Jahr zusätzlich zu der herkömmlichen Therapie (pegyliertes Alpha-Interferon plus Ribavirin) auch mit Silymarin behandelt werden, zeigen Erfolge. Unter dieser Dreifach-Therapie stieg die Rate der Patienten, die virusfrei wurden, von etwas weniger als 50 auf fast 70 Prozent.

Mariendistel: Leberschutz aus der Natur



Staren Sie hier die Sendung vom 10.10.2012


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    Heilpflanzen, die bei Lebererkrankungen eingesetzt werden, nennt man Hepatoprotektiva. Die wichtigste davon ist die Mariendistel. Der Landarzt Rademacher hat 1848 erkannt, dass die wirksamen Stoffe direkt unter der Schale der samenähnlichen Frucht stecken. Es wirkt als Entgiftungmittel und dient der Leberstärkung. Das ist das Thema unserer Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst in der TV Sendung "heute Leben".

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