Durchblutungsstörungen, pAVK und die Schaufensterkrankeit
 
Tipps von der Apothekerin
 
    Durchblutungsstörungen führen zu einer schlechteren Versorgung der betroffenen Körperbereiche (z. B. Arme, Beine oder innere Organe wie Gehirn und Herz) mit Sauerstoff, was im schlimmsten Fall zum Absterben des betroffenen Gewebes oder zum Herzinfarkt bzw. Schlaganfall führen kann. Die Symptome sind vielfältig und hängen von der betroffenen Körperregion ab. Bei einer schlechten Durchblutung der Beine etwa treten die typischen Schmerzen bei Belastung auf und zwingen zu häufigem Stehen bleiben - wie beim Schaufensterbummel. Daher spricht man dann von der 'Schaufensterkrankheit', in der medizinischen Fachsprache „Claudicatio intermittens“ genannt. Sie ist das Leitsymptom der fortgeschrittenen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

    So harmlos der Name auch klingt, bei der pAVK handelt es sich um eine chronische, fortschreitende Erkrankung, die häufig mit anderen Krankheiten wie z.B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder der hirnversorgenden Gefäße gekoppelt ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Schaufenster-Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

    Risikofaktoren sind Übergewicht, Rauchen und Bewegungsmangel sowie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Diabetes. Daher müssen bei der Therapie der Durchblutungsstörungen auch immer diese Risikofaktoren und Begleiterkrankungen, die sich auf die Sauerstoffversorgung des Körpers negativ auswirken, mit behandelt werden.
Im frühen Stadium der pAVK bilden Gehtraining und Gymnastik die Grundlage der Behandlung. Ziel ist, die Beschwerden zu verringern und die Gehstrecke zu verlängern. Durch ein spezielles, regelmäßiges Gehtraining kann erreicht werden, dass sich die kleinen Gefäße, die um das verengte Gefäß herum liegen, erweitern und dadurch mehr Sauerstoff reiches Blut in die Beinmuskulatur transportiert wird.

Tipps von der Apothekerin:
Als Gehtraining 3 x täglich 3 x die Strecke zurücklegen, bis der Schmerz auftritt. Grundsätzlich gilt, die Gehstrecke, Gehgeschwindigkeit und Gehdauer müssen der individuellen Leistungsfähigkeit angepasst werden, das Gehtraining darf nicht zu starken Schmerzen führen. Das heißt, man hält an, kurz bevor Schmerzen deutlich spürbar werden.

Zusätzlich Treppensteigen und Zehenstände – man stellt sich immer wieder auf die Zehenspitzen, ebenfalls bis zum Schmerzbeginn (3 Wiederholungen , 3 x täglich). Wünschenswert wäre, wenn dieses Training unter professioneller Anleitung im Rahmen einer Gefäß- Sportgruppe durchgeführt wird.

Darüber hinaus stehen Medikamente zur Verfügung, die die Fließeigenschaften des Bluts verbessern, die Durchblutung fördern oder die Flexibilität der roten Blutkörperchen steigern und so den Blutfluss erleichtern.


..Typischerweise treten die Schmerzen anfangs nur bei Belastung auf, die Betroffenen müssen beim Gehen alle paar Meter stehen bleiben, bis der Schmerz wieder verschwindet. Deshalb ist hier auch von der Schaufensterkrankheit die Rede. Was dagegen hilft erklärt unsere Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst in der TV Sendung "Sommerzeit" am 17.8.2011.
Beitrag als Video abspielen
Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)

Informationen zum Thema pAVK für Betroffene und Angehörige:
Eine Broschüre der Österr. Gesellschaft für internistische Angiologie Broschüre PAVK.pdfBroschüre PAVK.pdf