Rheumapatienten werden in der Apotheke optimal betreut
 
 
Dem Sammelbegriff „Rheuma“ werden rund 400 verschiedene Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates - vom Hexenschuss über den Tennisarm, Arthrosen, Arthritiden, Weichteil-Rheuma bis hin zur Osteoporose - zugeordnet. An Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises leiden 150 Millionen Europäer, mehr als zwei Millionen davon in Österreich. Die meisten Patienten stehen mitten im Leben: Der Krankheitsbeginn liegt häufig bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr, es können aber auch schon Kinder betroffen sein. Wird früh genug etwas gegen die Erkrankung unternommen, kann dies Lebensverlängerung, Schmerzfreiheit sowie Erhaltung von Lebensqualität und Job bedeuten.

Nicht verharmlosen: "Was man nicht erklären kann, das sieht man gern als Rheuma an..."
Aufklärungsarbeit ist deshalb so wichtig, weil Rheuma in Österreich traditionell verharmlost wird. Daher warnen Experten vor einem falschen Verständnis für diese Erkrankung und davor jahrelang zu warten, bis eine entsprechende Therapie begonnen wird. Unterstützung kommt auch von den Apothekerinnen und Apothekern in Form von intensivierter Information, Beratung und Betreuung von Rheumapatienten in der Apotheke.


Wie sieht die optimale Betreuung des Rheumapatienten in der Apotheke aus?
Fast jeder leidet irgendwann im Laufe des Lebens unter Schmerzen im Bewegungsapparat. Meist verschwinden die Schmerzen genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind. Manchmal bleiben sie aber auch bestehen, oder kommen immer wieder. Möglicherweise steckt eine rheumatische Erkrankung dahinter, und oft ist es der Apotheker, der den entscheidenden Tipp gibt, einen Spezialisten aufzusuchen. Sobald die Diagnose gestellt ist, kann die Therapie beginnen. Eine entscheidende Rolle bildet dabei neben der richtigen schmerzstillenden und antientzündlichen Behandlung die Basistherapie, die einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hat. Allerdings setzt ihre Wirkung erst verzögert ein. Dies kann bis zu einem halben Jahr dauern, wogegen Nebenwirkungen oft sofort verspürt werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dem Patienten in der Apotheke die Notwendigkeit der ärztlich verordneten Therapie zu vermitteln und so die Compliance zu fördern.

.

Näheres zu den hier genannten Heilpflanzen: Kubelka W, Länger R / Phytokodex: Pflanzliche Arzneispezialitäten aus Österreich. (Die Links im Text führen direkt zur entsprechenden Monographie.)
Sanfte Hilfe gegen Rheuma
Unterstützung für Rheumapatienten ist auch die Beratung in der Apotheke bei der Selbstmedikation. Beispielsweise der korrekte Einsatz von Phytopharmaka wie Weidenrinde, Katzenkrallenwurzel (Uncaria tomentosa), Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Kombinationen aus Zitterpappelrinde, Goldrutenkraut und Eschenrinde, oder die Anwendung von Brennesselkraut und Weihrauchextrakt.

Immer wieder kommen auch Fragen zur Ernährung, eine spezielle Rheumadiät gibt es zwar nicht, aber ausgewogene Kost und viel Bewegung kann die Lebensqualität entscheidend verbessern: Fisch, Geflügel, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sowie hochwertige Pflanzenöle, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, sollten auf dem Speisezettel ganz oben stehen. Daneben können die Vitamine C und E entzündungshemmend wirken, Kalzium und Vitamin D sind gut für die Knochensubstanz.
Mit Vorsicht genießen sollten Rheumatiker hingegen tierische Nahrungsmittel wie Wurst, fettes Fleisch, Milch, Eier und Käse, da diese Arachidonsäure enthalten. Arachidonsäure kann Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen der Gelenke fördern.

Wenn die Medikation dem Rheumapatienten keine schnelle Hilfe bringt, dann stehen zahlreiche Hilfsmittel zur Verfügung, die im Alltag das Leben mit dieser Erkrankung erleichtern können. Kleine Dinge können hier schon eine große Wirkung zeigen und die Information darüber gehört ebenso zur Betreuung des Rheumapatienten in der Apotheke wie die Erklärung und Beratung zu den Arzneimitteln.

Lesen Sie auch:
Rheuma: das Leiden mit 100 Gesichtern

Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie