Langstreckenflüge: Tipps vom Apotheker
 
Thromboserisiko beachten
 
Bei Langstreckenflügen bestehen auch für den gesunden Reisenden gewisse Gefahren. Bei Flügen in Nord-Süd-Richtung ist es die Belastungen durch plötzlichen Eintritt in einen anderen Klimaraum, bei Flügen in West-Ost-Richtung steht die Zeitverschiebung im Vordergrund.

An Bord selbst ist die Exsiccoseproblematik von wesentlicher Bedeutung.

Die auslösenden Faktoren sind:

  • niedrige Luftfeuchtigkeit im Flugzeug (ca. 5 rel.%)
  • geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Alkoholgenuss - hemmt Ausschüttung des ADH (antidiuretisches Hormon)
  • Koffein (fördert die Diurese)
  • gezuckerte Getränke (bewirken osmotischen Effekt)
  • vermehrte Schweißproduktion durch hohe Bordtemperaturen (Sonnenseite!)
Die im Darm eingeschlossenen wasserdampfgesättigten Gase dehnen sich in einer Höhe von 2500 m (Kabinendruck) um ein Drittel aus. Um den zu erwartenden Höhenmeteorismus zu vermeiden, sollten vor Reiseantritt und erst recht im Flugzeug kohlensäurehältige Getränke vermieden werden.

Übermäßiger Nikotingenuss kann die im Jet bestehende Hypoxie verstärken.

Bei Bewegungsarmut auf Langstreckenflügen ist auch bei Gesunden ein Lymphödem der unteren Extremitäten und ein Thromboserisiko mit konsekutiver Lungenembolie gegeben. Auf die Aktivierung der Wadenmuskelpumpe durch Umhergehen ist hinzuweisen.