Arzneiformen: Salben und andere Zubereitungen, die zur Anwendung auf der Haut bestimmt sind.
 
Zur Galenik ausgewählter Dermatika
 
Salben, Gele, Cremes, Pasten: Auf die Galenik kommt es an.

Die Galenik beschäftigt sich mit der Verarbeitung eines Wirkstoffs mit den richtigen Hilfsstoffen in ein gebrauchsfertiges Arzneimittel. Der Begriff Galenik geht auf den im 2. Jahrhundert geborenen griechischen Arzt und Naturforscher Galenos von Pergamon zurück und ist zum einen ein älteres Synonym zu Pharmazeutischer Technologie, zum anderen spricht man von der Galenik eines Arzneimittels. Ein Unterschied in der Galenik eines Arzneimittels kann bei identischem Wirkstoffgehalt zu unterschiedlich ausgeprägter Wirkung führen.

Apothekerinnen beschäftigen sich während ihres Pharmaziestudiums viel mit Galenik bzw. Pharmazeutischer Technologie.




..

Arzneiformen: Salben und andere Zubereitungen, die zur Anwendung auf der Haut bestimmt sind.

TV-Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst erklärt in der Sendung Winterzeit am 1. Februar 2012 um 17:40 Uhr im ORF 2 wie Salben, Cremen oder Gele wirken.


Beitrag als Video abspielen (Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)
.

    Salben (lat. Unguenta, Einz. Unguentum, abgekürzt: Ungt.) sind halbfeste und homogen aussehende Arzneiformen, in denen Arzneistoffe gelöst, suspendiert oder emulgiert sein können. Im engeren Sinn versteht man unter einer Salbe eine wasserfreie Arzneiform auf einer Salbengrundlage wie Vaseline oder Fett. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff "Salbe" jedoch auch andere halbfeste Arzneizubereitungen, die der lokalen Wirkstoffapplikation oder der Pflege und dem Schutz der Haut oder Schleimhäute dienen, wie Paste, Creme, Emulsion und Gel.

    Cremes haben einen höheren Wasseranteil. Man unterscheidet mit Wasser abwaschbare „Öl in Wasser Cremes“ (hydrophile Creme vom O/W-Typ), in denen die öligen Bestandteile fein verteilt in einer wässrigen Phase vorliegen, von den nicht abwaschbaren „Wasser in Öl Cremes“ (lipophile Creme vom W/O-Typ), in denen die wässrige Komponente in der öligen Phase dispergiert ist und die einen Fettglanz auf der Haut hinterlassen. Daneben gibt es Cremes, die weder eindeutig dem O/W- noch dem W/O-Typ zuordenbar sind.
    Ein niedriger Wasseranteil verleiht einer Creme salbenartige Eigenschaften, das Einarbeiten größerer Mengen feinst vermahlener Feststoffe führt zu einer pastösen Konsistenz.

    Abzugrenzen sind Cremes von den Lotionen (dick- bis dünnflüssige Emulsionen, auch Hautmilch genannt). Umgangssprachlich werden Begriffe wie Creme, Salbe, Gel oder Lotion teilweise übergreifend verwendet.

    Gele sind fettfreie Zubereitungen, die durch Quellmittel ihre halbfeste Konsistenz erhalten.

    Pasten sind Salben mit einem besonders hohen Feststoffanteil („Suspensionssalben“ mit einem Feststoffanteil von 30–70 %, zum Beispiel Zinkpaste, lat. Pasta zinci. Sie eignet sich als Wundschutz und Basis für andere Pasten. Zusammensetzung: Österreichisches Arzneibuch ÖAB: 1/4 Zinkoxid, 1/4 Talk und 2/4 gelbe Vaseline.)

    Wie können die Wirkstoffe in tiefere Hautschichten eindringen?
    Salben, Cremes, Gele, Pasten haben in der Regel lokale Wirkung, die eingearbeiteten Wirkstoffe erreichen nur die oberen Hautschichten. Es gibt aber auch Möglichkeiten, um das Eindringen von Arzneistoffen in tiefere Hautschichten zu fördern.
    Dies erreicht man durch
      • Okklusivverbände (Behinderung der Wasserdampfabgabe der Epidermis durch z.B. Auflegen einer Folie). Dies führt zu einem Feuchtigkeitsstau in der Hornschicht der Haut (Stratum corneum) und infolge dessen zu Quellung. Das erhöhte Wasserangebot erleichtert das Eindringen pharmazeutischer Wirkstoffe.
      • Zugabe von Substanzen, welche die Barrierestrukturen der Hornschicht verändern (sogenannte Penetrationspromotoren bzw. Enhancer wie z.B. Harnstoff, Dimethylsulfoxid etc.)
      • liposomale Zubereitungen: Liposomen können dazu beitragen, dass Wirkstoffe besser in die Haut eindringen oder sogar durch die Haut in den Körper gelangen. Gleichzeitig wird auch ein Auswaschen aus der Haut erschwert, sodass beispielsweise Sonnenschutzpräparate mit Liposomen wasserfest sind.

    Tipps
    Das Entleeren von Cremen und Salben aus Tuben sollte immer gleichmäßig vom Tubenfalz her erfolgen. Wenn man nämlich vorne auf die Schmalseite einer Aluminiumtube drückt, kann es passieren, dass kontaminierte Salbenreste aus dem Tubenhals tiefer in die Tube gesaugt werden. Weiters sollte man die Tube nicht aufrollen oder über scharfe Kanten quetschen, sonst kann sie einreißen und der Inhalt durch den Kontakt mit der Luft unbrauchbar werden. Angebrochene Kunststofftuben möglichst auf dem Verschluss stehend aufbewahren. Hämorrhoidalsalben werden mit Applikatorrohr eingeführt und um Verschmutzungen des Tubeninhalts zu vermeiden darf erst beim Herausziehen durch gleichmäßigen Druck auf die Tube ein Salbenstrang herausgedrückt werden.

    Haltbarkeit
    Für geöffnete Packungen gilt das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum nicht mehr, sie müssen binnen drei bis sechs Monaten aufgebraucht werden. In der Apotheke auf Rezept hergestellte Salben sind in der Regel nicht oder nur schwach konserviert und deshalb oft nicht so lange haltbar. Insbesondere ein hoher Wassergehalt wirkt sich auf die Haltbarkeit aus, da Wasser leicht mikrobiell kontaminiert. So wäre eine wasserhaltige hydrophile Salbe ohne Konservierung etwa nur eine Woche haltbar. Falls kein konkretes Haltbarkeitsdatum angegeben ist, sollte auf jeden Fall in der Apotheke nachgefragt werden.


Lesen Sie auch:
Salbenherstellung in der Apotheke