Brombeeren: die Blätter als Tee, die Früchte für die Fitness
 
Rezeptvorschläge
 


Über 1000 Brombeersorten sind bekannt.


Man findet an einem Strauch jeweils Blüten, reife und unreife Früchte nebeneinander. Fotos: F. Biba
Die Brombeere gehört zur selben Familie wie die Himbeeren und Erdbeeren, zu den Rosengewächsen. Auch sie sind eigentlich keine echten Beeren, sondern eine Ansammlung kleiner saftiger Steinfrüchte, von denen jede einen winzigen Samen enthält. Wenn man sie vom Stiel löst, bleibt jedoch im Gegensatz zur Himbeere der Zapfen (innerer Fruchtboden) in der reifen Frucht stecken.

Lieblingsplätze des im Gegensatz zur Himbeere äußerst stacheligen Brombeerstrauches sind Schutthalden, lichte Waldungen, Kahlschläge, Wegböschungen und sonnige Abhänge. Brombeersträucher bilden ein schier undurchdringliches Gestrüpp aus, indem sich stetig wachsende, unverzweigte und bogenförmig krümmende Triebe ausbilden, die sich einfach auf die übrige Vegetation legen.

Es sind über 1000 Brombeersorten bekannt und durch Kreuzungen aus Brombeeren und Himbeeren entstehen auch immer wieder neue Sorten. Es gibt schwarze Beeren, diese können je nach der Unterart mehr oder weniger hellblau bereift sein können, aber auch dunkelrote oder sogar gelblich weiße Sorten sind bekannt. Wenn die Brombeeren ihre volle Reife erreicht haben, schmecken sie süß und weich. Waldbrombeeren sind in der Regel etwas kleiner, dafür aber aromatischer.

Brombeersträucher haben keine einheitliche Blütezeit, sie blühen von Mai bis in den Winter. Man findet daher an einem Strauch jeweils Blüten, reife und unreife Früchte nebeneinander. Die 3 – 5 zähligen Blätter (das Fiederblatt ist bis zu 7 cm lang, eiförmig zugespitzt mit gesägtem Blattrand, oben glatt, an der Unterseite behaart) besitzen einen mit Stacheln besetzten Blattstiel.

Der Name "Brombeere" leitet sich vom altdeutschen Wort für Dornbeere (bramo-beri, bramberi) ab, eine Namensverwandtschaft mit dem englischen ´bramble´ für den Brombeerestrauch. Im Volksmund nannte man sie auch Brambeeren oder Brennbeeren.

Brombeeren pharmazeutisch betrachtet

Lateinische Bezeichnung: Rubus fruticosus L. s.l.

Volksnamen: Bramel, Brambeere, Brennbeere, Feldschwarzbeere, Frombeere, Hirschbollen, Hundbeere, Kratzbeere, Kroatzbeere, Moren, Rambeere, Schwarze Haubeeren.

Blackberry, Bramble leaves (engl.), Feuilles de ronce noire (franz.)

Stammpflanze: Rubus fruticosus L. s.l. (Rosaceae)

Verbreitung: Die Brombeere ist in den gemäßigten Zonen von Europa, Nordafrika, Asien und Nordamerika beheimatet. Sie wächst meist in Gebüschen und Wäldern, vornehmlich auf nährstoffreichem Boden.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Folium Rubi fruticosi).

Inhaltsstoffe der Brombeerblätter: Gerbstoffe: ca. 8 %, Gallotannine.
Weitere Inhaltsstoffe: Pflanzensäuren, Flavonoide.

Verwendung: Brombeerblätter enthalten Gerbstoffe. Dadurch wird die Droge als leichtes Durchfallmittel und zum Gurgeln bei entzündeten Schleimhäuten eingesetzt. Gerne werden auch die Blätter der Brombeere, zusammen mit Himbeerblättern in Teemischungen verwendet.

Teebereitung: 1,5 g getrocknete Brombeerblätter (fein zerschnitten) werden mit kochendem Wasser übergossen und nach 10-15 min durch ein Teesieb gegeben. (1 Teelöffel Droge entspricht etwa 0,6 g).

Inhaltsstoffe der Brombeerfrüchte:
Brombeeren sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sie enthalten viel Calcium, mehr als alle anderen Beerensorten und sind reich an Kalium, Magnesium, Kupfer, Beta-Carotin und Vitamin C. Außerdem liefern sie Ballaststoffe, die für eine gute Verdauung und Sättigung unentbehrlich sind. Zusätzlich sind sie sehr reich an Flavonoiden (blaue Farbstoffe), die immunstimulierend wirken können.

Zubereitungen: Aus den Früchten wird Brombeer-Saft hergestellt. Dieser ist ein bewährtes Hausmittel, Heiserkeit lässt sich sehr schnell beseitigen, wenn man mit leicht angewärmtem Brombeersaft gurgelt und ihn schluckweise trinkt.

Rezept für einen guten Haustee

Frische junge Himbeerblätter und die doppelte Menge ebenfalls frischer Brombeerblätter sammeln und mischen. Danach sollen sie etwas welken, damit man sie leicht zerdrücken kann (z.B. mit einem Nudelwalker). Mit wenig Wasser bespritzt knotet man dann die Blätter in ein Leinentuch, das an einem warmen Ort aufgehängt wird. Durch einen Fermentationsprozeß entsteht nach 2 bis 3 Tagen ein herrlicher Duft, der an Rosen erinnert. Dann wird schnell getrocknet (sonst bildet sich Schimmel!). Anschließend in ein gut schließendes Gefäß füllen. Dieser gesunde Haustee wird wie schwarzer Tee zubereitet.

Rezeptvorschlag für Ihre Fitness: Karotten-Apfel-Salat mit Brombeeren

30 dag grob geraspelte Karotten, und 1 großer geraspelter Apfel werden vermischt. 2 Eßlöffel Zitronensaft, 2 Eßlöffel Sonnenblumenöl und etwas Zucker zugeben und einige Minuten ziehen lassen. Nun werden 10 dag Brombeeren auf dem Salat angerichtet.

Die Brombeeren sollten immer erst kurz vor dem Verzehr oder der Weiterverarbeitung gewaschen werden und müssen dann auf einem Küchenpapier gut abtropfen. Reife saftige Früchte sind eine köstliche Ergänzung zum Frühstücksmüsli, zum Obstsalat und zu Milch- und Topfenspeisen. Auch eine Brombeermarmelade schmeckt sehr gut. Bekannt sind auch Brombeersaft, Brombeerwein oder Brombeerlikör (Crème de Mure).

So gesund ist das Beerenobst:

Früchte und Beeren enthalten
je 100 g
Energie
ProteinKohlen
hydrate
Ballast
stoffe
MineralstoffeVitamine
kcal
kJ
g
g
g
Na
K
Ca
P
Mg
Fe
A
E
B 1
B 2
Nia
cin
C
mg
mg
mg
mg
mg
mg
µg
mg
mg
mg
mg
mg
Brombeeren482001,293
3
190
30
30
30
0,9
45
0,6
0,03
0,05
0,4
17
Erdbeeren361500,872
2
140
25
30
19
0,9
8
0,2
0,03
0,05
0,5
62
Heidelbeeren602500,6135
1
65
10
10
2
0,7
20
0,02
0,02
0,4
21
Himbeeren401651,385
170
40
45
19
1,0
7
1,4
0,02
0,05
0,3
25
Preiselbeeren431800,393
2
65
13
10
5
0,5
4
0,01
0,02
12
Stachelbeeren431800,893
2
200
30
30
15
0,6
34
1,0
0,02
0,02
0,2
34


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