Heidelbeeren: köstlich und gesund!
 
Hildegard von Bingen beschrieb als Erste die Heilwirkung der Heidelbeeren
 

Foto: Institut für Pharmakognosie der Universität Wien.
Die Heidelbeeren sind eine Gattung aus der Familie der Heidekrautgewächse mit etwa 100-150 Arten. Heidelbeeren wachsen oft in Heide- und Moorlandschaften oder in lichten Wäldern. Im Spätsommer reifen die erbsengroßen, schwarzblauen, süßsäuerliche schmeckenden Beeren heran, die ein blaues Fleisch und blauen Saft haben.

Botanisch gesehen ist die Heidelbeere eine so genannte Scheinfrucht, Scheinfrüchte, auch Halbfrüchte genannt, werden nicht nur durch den Fruchtknoten, sondern auch durch andere Organe gebildet.


Die deutsche Bezeichnung der Heidelbeere hat ihren Ursprung wohl in “auf der Heide wachsende Beere”. Im Mittelalter war die Äbtissin Hildegard von Bingen die Erste, die die Heilwirkung der Heidelbeere beschrieb. Neben ihrer Bedeutung in der Phytotherapie werden Heidelbeeren für verschiedene köstliche Süßspeisen sowie technisch als Färbemittel verwendet.

Heidelbeeren pharmazeutisch betrachtet

Lateinische Bezeichnung: Vaccinium myrtillus L.

Vaccinium leitet sich von Baccinium für Beerenstrauch ab und ist wohl eine Verfälschung bzw. Veränderung des eigentlichen Wortstammes. Der Artname myrtillus weist auf die Ähnlichkeit der Heidelbeere mit der Myrte hin.

Volksnamen: Bickelbeeren, Bickbeere, Blaubeere, Griffelbeere, Haselbeeri, Hällbeere, Krähenauge, Schnuderbeeri, Schwarzbeeren, Sentbeere, Taubeere, Wehlen, Worbel.

Common blue berries, Whortleberry fruits (engl.). Baies de myrtille (franz.).

Stammpflanze: Vaccinium myrtillus L. (Ericaceae)

Verwendete Pflanzenteile: die Scheinfrüchte (Fructus Myrtilli) und die Laubblätter (Folium Myrtilli).

Offizinell (im Arzneibuch):
Fructus Myrtilli, die getrockneten Heidelbeeren.

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe: 5-12 %, Anthocyane, Flavonoide, Fruchtsäuren, Invertzucker und Pektine.

Verwendung: Die getrockneten Früchte wirken aufgrund ihres Gerbstoffgehaltes stopfend und können bei akuten oder unspezifischen Durchfallerkrankungen angewendet werden. Ein anderes Anwendungsgebiet ist die lokale Behandlung von leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Frische Früchte wirken allerdings leicht abführend. Auch die Heidelbeerblätter werden als Tee bei Durchfall, Magenbeschwerden und äußerlich zu Waschungen und Umschlägen bei Entzündungen verwendet. In der Volksmedizin haben Heidelbeerblätter den Ruf als blutzuckersenkende Teedroge. Dazu fehlen fundierte Untersuchungen, zur "Behandlung" der Zuckerkrankheit Diabetes kann die Anwendung von Heidelbeertee, auch wegen der möglichen Risken, nicht vertreten werden.

Teebereitung: 5-10 g zerquetschte getrocknete Heidelbeeren mit kaltem Wasser ansetzen und 10 min lang zum Sieden erhitzen, noch heiß abseihen. 1 Teelöffel = etwa 4 g, 1 Esslöffel = etwa 10 g. Der Tee kann aber auch durch zweistündiges Ansetzen und Quellen in kaltem Wasser bereitet werden. Bis zum Abklingen der Durchfälle aber jedenfalls nicht länger als 3 – 4 Tage wird mehrmals täglich 1 Tasse frisch bereiteter Tee kalt getrunken.

Von den Blättern nimmt man 1 – 2 Teelöffel, übergießt mit ¼ l kochendem Wasser und lässt 10 min ziehen. Man trinkt 2 – 3mal täglich eine Tasse, nicht über längere Zeit einnehmen!

Verwechslungen: Heidelbeeren könnten mit der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), deren inneres Fruchtfleisch und Saft allerdings hell sind, verwechselt werden. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal zwischen Heidelbeere und Rauschbeere ist auch der kantige grüne Stengel der Heidelbeere. Im Gegensatz zu der immergrünen Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea L.) und Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi L.) ist die Heidelbeere eine sommergrüne, im Herbst das Laub abwerfende Pflanze.

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Foto: F. Biba
Die Verwendung frischer Heidelbeeren ist wegen der Vitamine, Mineralstoffe und erfrischenden Fruchtsäuren sehr empfehlenswert. Reife Heidelbeeren mit Milch, mit Zucker, als Mus oder Marmelade sind sehr gesund. Heidelbeeren enthalten auch Resveratrol. Dieser sekundäre Pflanzeninhaltsstoff wirkt ähnlich wie die cholesterinsenkenden Fibrate durch Aktivierung des PPAR-Rezeptors (Peroxisome Proliferator-Activated Receptor), ein Protein, das eine wichtige Rolle bei der Regulation des Cholesterinspiegels spielt. Mehr darüber...

Rezept für eine köstliche "Schwarzbeermarmelade"
1 kg Schwarzbeeren (Heidelbeeren)
500 g 2:1 Gelierzucker
1 Teelöffel Zitronensäure (Acidum citricum)
Zimtrinde

Früchte mit dem Zucker verrühren und rasten lassen, dann langsam erhitzen (Zimtrinde beifügen), kurz aufkochen. Zitronensäure zum Schluss - bei leichtem köcheln - beigeben.
Die Zimtrinde entfernen und die Marmelade in saubere Gläser abfüllen. Die bis zum Rand gefüllten Gläser sofort auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.
Gutes Gelingen!


So gesund ist das Beerenobst:

Früchte und Beeren enthalten
je 100 g
Energie
ProteinKohlen
hydrate
Ballast
stoffe
MineralstoffeVitamine
kcal
kJ
g
g
g
Na
K
Ca
P
Mg
Fe
A
E
B 1
B 2
Nia
cin
C
mg
mg
mg
mg
mg
mg
µg
mg
mg
mg
mg
mg
Brombeeren482001,293
3
190
30
30
30
0,9
45
0,6
0,03
0,05
0,4
17
Erdbeeren361500,872
2
140
25
30
19
0,9
8
0,2
0,03
0,05
0,5
62
Heidelbeeren602500,6135
1
65
10
10
2
0,7
20
0,02
0,02
0,4
21
Himbeeren401651,385
170
40
45
19
1,0
7
1,4
0,02
0,05
0,3
25
Preiselbeeren431800,393
2
65
13
10
5
0,5
4
0,01
0,02
12
Stachelbeeren431800,893
2
200
30
30
15
0,6
34
1,0
0,02
0,02
0,2
34


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