Die Mistel: eine alte Kult- und Heilpflanze
 
Die immergrünen Zweige werden oft als Weihnachtsdekoration verwendet
 
Besonders im Winter fällt die Mistel (Viscum album) als Halbschmarotzer auf zahlreichen kahlen Bäumen auf. Der lateinische Gattungsname ‚Viscum' bezieht sich auf die Früchte, die von den Römern zu Leim verarbeitet wurden. „Viskos“ (oder "viskös") bedeutet also „klebrig, zäh wie Mistelleim“. Auch der Begriff Viskosität als ein Maß für die Zähflüssigkeit geht auf den klebrigen Schleim der Mistelbeeren zurück. Die deutsche Bezeichnung „Mistel“ spielt darauf an, dass sich die Pflanze mit Hilfe des Vogelmists fortpflanzt.

Bereits Hippokrates verwendete Misteln zu Heilzwecken. Und aus den Geschichten über Asterix und Obelix wissen wir, dass die Mistel von den Kelten als Kultpflanze verehrt wurde. Nur besonderen Personen (Druiden) war das Sammeln erlaubt.

Heute wird die Misteltherapie vor allem zur Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten während und nach einer Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt.

Als Weihnachtsdekoration an Haustüren sollen Mistelzweige böse Geister abwehren und Glück bringen.

Abbildung aus:
Prof. Dr. Thomé, Otto Wilhelm - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - in Wort und Bild für Schule und Haus; 1885 – 1905.