Magenschutz bei der Rheumatherapie
 
Selbsttest für alle, die NSAR-Präparate gegen starke Schmerzen einnehmen.
 
Zu den Schmerzmitteln, die bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt werden, zählen unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Paracetamol und Ibuprofen. Da sie kein Kortison (ein Steroid-Hormon) enthalten, nennt man sie auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Doch gerade diese wirkungsvollen und lindernden Präparate schädigen oft die Schleimhaut von Magen und Darm, und zwar unabhängig davon, ob das Medikament als Tablette, Spritze oder als Zäpfchen eingenommen wird. Verzichten braucht man deshalb nicht auf die Schmerztherapie, aber man kann sich vor dem Angriff wappnen.

Damit es nicht zu diesen unerwünschten Nebenwirkungen kommt, dürfen diese Schmerzmittel nie auf leeren Magen eingenommen werden, auch auf Alkohol und Zigaretten sollte während einer Therapie mit NSAR verzichtet werden. Weiters wird empfohlen, dass Patienten mit bekannten Risikofaktoren (65 Jahre oder älter, Patienten mit Vorerkrankungen wie Magengeschwüre oder Patienten die noch andere Arzneimittel wie Antikoagulanzien oder Steroide einnehmen müssen) einen medikamentösen Magenschutz erhalten. Als solcher werden hauptsächlich Protonenpumpenhemmer, H2-Blocker oder Misoprostol verwendet.

Bei den Protonenpumpenhemmern handelt es sich um Arzneimittel, deren wirksame Form bei Bedarf direkt im Körper gebildet wird. Die Tabletten mit magensaftresistenten Überzügen lösen sich erst im Dünndarm auf, die Wirkstoffe gelangen dann über den Blutweg in die Belegzellen des Magens, also direkt an den Ort der Magensäureproduktion. Herrscht in den Belegzellen ein saurer pH-Wert, wird die wirksame Form gebildet und das Enzym, das die Magensäure bildet, wird gehemmt.

H2-Blocker wirken an den speziellen Bindungsstellen des Histamins und blockieren diese Rezeptoren. Dadurch wird die Bildung der Magensäure herabgesetzt.

Misoprostol ist ein Prostaglandin-Abkömmling, der die Magensäurefreisetzung hemmt und die Bildung von schleimhautschützenden Substanzen fördert.

RISIKO-CHECK
Testen Sie sich selbst, wenn Sie über einen Zeitraum von mehr als zwei bis vier Wochen NSAR-Präparate gegen Rheuma oder andere starke Schmerzen einnehmen.

1. Sind Sie älter als 60 Jahre?

2. Hatten Sie bereits in der Vergangenheit ein Magengeschwür oder andere Magenprobleme?

3. Nehmen Sie zusätzlich zu anderen Präparaten regelmäßig Acetylsalicylsäure ein?

4. Nehmen Sie z. B. Phenprocoumon als blutverdünnenden Wirkstoff ein?

5. Erhalten Sie neben NSAR zusätzlich Kortison gegen Ihre Beschwerden?

6. Leiden Sie unter anderen schweren Erkrankungen?

Wenn Sie einmal oder öfter mit JA geantwortet haben, empfehlen Experten eine Magenschutztherapie, damit Sie Ihre Rheumaschmerzen (magen-)schonend weiterbehandeln zu können.

Siehe auch: Die Willkommen Österreich Apothekerin, Sendung vom 9. März 2005.