Stachelbeeren: nur wirklich reife Früchte essen
 
Aus Glyoxylsäure kann Oxalsäure entstehen und die Bildung von Nierensteinen begünstigen.
 

Die ursprünglich wahrscheinlich aus dem Himalayagebiet stammenden Stachelbeeren kommen heute in Europa wildwachsend in Gebüschen und an Waldrändern vor. Die Pflanze ist recht anspruchslos und wird daher vielerorts angebaut, es sind weit über 1000 verschiedene Sorten bekannt. Stachelbeeren vertragen keine pralle Sonne und sollten daher im Halbschatten gepflanzt werden. Sie gehören zur Gattung der „Ribes“ und sind damit eng verwandt mit den Ribiseln (Johannisbeeren).

Botanisch gesehen sind Stachelbeeren „echte Beeren“ (für Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren etc. trifft ja die Bezeichnung „Beere“ streng genommen nicht zu). Aufgrund der Dornen hat die Beere ihren Namen erhalten, die Bezeichnung „Stachel“ ist wissenschaftlich nicht korrekt.

Der Strauch hat kleine 5 lappige Blätter, einen Trieb mit vielen Dornen, eine unscheinbare Blüte und Beeren mit durchscheinend grünlich-weißer, goldgelber, hellgrau oder rot gefärbter Schale. Das saftige Fleisch enthält viele kleine, essbare Kerne. Der Geschmack ist süß-säuerlich bis süß.

Stachelbeeren pharmazeutisch betrachtet

Stammpflanze: Ribes uva-crispa (Grossulariaceae, Stachelbeergewächse)

Der Gattungsname Ribes kommt aus dem Arabischen ("ribas" bedeutet "sauer schmeckende Pflanze"), der Artname uva-crispa heisst soviel wie traubig-gekräuselt.

Volksnamen: Agraseln, Ogroseln, Heckenbeeren, Krausbeeren, Klosterbeeren; auch Agrassl, Krusebeeren, Krusle.

Offizinell (im Arzneibuch):
die Pflanze wird arzneilich nicht verwendet.

Inhaltsstoffe:
Die Stachelbeere enthält Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie sind reich an Silizium und somit gut für das Bindegewebe. Ferner werden ihr noch folgende Eigenschaften zugeschrieben: Entgiftend für Schwermetalle, Darmreinigend, entwässernd und haarwuchsfördernd.

Tipp vom Apotheker:

Man sollte nur wirklich reife Früchte essen. Aus der in unreifen Stachelbeeren vorhandenen Glyoxylsäure kann Oxalsäure entstehen, die mit Calcium im Darm schwerlösliche Salze (Oxalate) bildet, die die Resorption von Calcium erschweren. Der menschliche Organismus ist nicht in der Lage, Oxalsäure in seinem Stoffwechsel abzubauen. Die normale tägliche Ausscheidungsmenge liegt zwischen 10 und 30 mg. Bei höheren Ausscheidungen besteht die Gefahr von Nierenschäden, zu viel Oxalsäure kann die Bildung von Nierensteinen (Oxalatsteine) begünstigen.

So gesund ist das Beerenobst:

Früchte und Beeren enthalten
je 100 g
Energie
ProteinKohlen
hydrate
Ballast
stoffe
MineralstoffeVitamine
kcal
kJ
g
g
g
Na
K
Ca
P
Mg
Fe
A
E
B 1
B 2
Nia
cin
C
mg
mg
mg
mg
mg
mg
µg
mg
mg
mg
mg
mg
Brombeeren482001,293
3
190
30
30
30
0,9
45
0,6
0,03
0,05
0,4
17
Erdbeeren361500,872
2
140
25
30
19
0,9
8
0,2
0,03
0,05
0,5
62
Heidelbeeren602500,6135
1
65
10
10
2
0,7
20
0,02
0,02
0,4
21
Himbeeren401651,385
170
40
45
19
1,0
7
1,4
0,02
0,05
0,3
25
Preiselbeeren431800,393
2
65
13
10
5
0,5
4
0,01
0,02
12
Stachelbeeren431800,893
2
200
30
30
15
0,6
34
1,0
0,02
0,02
0,2
34


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