Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit
 
 
Wenn es um Risiken bei der Einnahme von Arzneimitteln in der Schwangerschaft oder Stillzeit geht, erfahren Frauen aus dem Beipacktext in der Regel nur, dass Vorsicht geboten ist oder dass das Medikament nur bei strenger Indikationsstellung einzunehmen ist. Dies ist meist zu wenig und vermag allenfalls eine Patientin davon abzuhalten, bei bekannter Schwangerschaft ein Arzneimittel einzunehmen.

Ob Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden können, ist von Fall zu Fall individuell zu entscheiden. Dabei spielen auch die Schwangerschaftswoche (SSW) und die Schwere der Erkrankung eine Rolle. Aber um eines kommt man nicht umhin: Gravierende Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Infektionen müssen unter allen Umständen behandelt werden, da sonst Mutter und Kind wesentlich stärker gefährdet wären.

Buchbesprechung: Schäfer, Christoph / Spielmann, Horst
Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit

    Dr. Christof Schäfer: "Die Liste der erwiesenen Teratogene beim Menschen wird vom Alkohol angeführt, Arzneimittel kommen erst an zweiter Stelle."
    (Vortrag bei der Zentralen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer, November 2003 im Austria Center in Wien.)


    Das Buch von Schäfer/Spielmann soll helfen, das geeignete Medikament zu finden oder realistische Risikoabschätzungen vorzunehmen, wenn eine Schwangere bereits mit einem Arzneimittel behandelt wurde. Weiter...

Nicht selten ist man erheblich verunsichert, wenn medikamentös behandelt werden muss. Kurzgefasste Mitteilungen auf Beipackzetteln oder in der Roten Liste vermitteln häufig den Eindruck, dass die meisten Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden dürfen.

Auch wenn die überwiegende Zahl der Medikamente unzureichend in der Schwangerschaft untersucht ist, muss man nicht befürchten, dass heute unerkannt Medikamente im Umlauf sind, die so stark schädigen wie vor 50 Jahren das Contergan (Thalidomid).

Auch Schwangere und Stillende müssen mit Arzneimitteln versorgt werden, denn unbehandelte Erkrankungen können sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden. Aktuelle wissenschaftliche Daten erleichtern Entscheidungen, diese Informationen können unter www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de aufgerufen werden. Die Arzneimittel-Datenbank kann jedoch keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt ersetzen.
Link: www.arzneimittel-in-der-schwangerschaft.de