Tabletten: die weitaus häufigste und beliebteste Arzneiform
 
 
Tabletten sind feste verschieden geformte Arzneizubreitungen, die in der Regel aus gepulverten oder granulierten Arzneistoffen unter Zusatz von Hilfststoffen durch Pressen hergestellt werden. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen "tabuletta" = Täfelchen ab. In den Arzneibüchern (Europäisches Arzneibuch (PhEur)) werden Tabletten als Compressi bezeichnet. Allerdings konnte sich dieser Name weder in der pharmazeutischen Technologie, noch in anderen medizinischen Bereichen durchsetzen. (Lesen Sie mehr zu "Pharmazeutische Technologie".)

Gemessen an den fabrizierten Stückzahlen sind die Tabletten die weitaus häufigste Arzneiform. Gründe für die Beliebtheit sind unter anderem:

      • Rationelle Herstellung: große Tablettenmengen lassen sich in kurzer Zeit herstellen. Es gibt Tablettenmaschinen, die 2 Millionen und mehr Tabletten in der Stunde pressen.
      • Exakte Dosierbakeit
      • Fast alle festen Arzneistoffe lassen sich zu Tabletten verarbeiten.
      • Tabletten sind bequem zu handhaben und lassen sich leicht einnehmen.
      • Saubere und handliche Verpackung, zusammengepresste Pulver in Form von Tabletten besitzen ein kleines Volumen und lassen sich gut verpacken.
      • Zahlreiche Tablettenformen, dadurch deutliche Unterscheidungsmöglichkeit, geringe Verwechslungsgefahr.
      • Weiterverarbeitung zu Dragees und Filmtabletten möglich.

Für die Herstellung von Tabletten benötigt man neben einer tablettenfähigen Pulvermischung eine geeignete Maschine, die Tablettenpresse. Entsprechend der Arbeitsweise unterscheidet man zwischen handbetriebenen Labormodellen, Exzenterpressen und Rundläufermaschinen. Das Arbeitsprinzip, auch der einfachsten Maschine, besteht darin, dass ein in eine Matrize eingefülltes, meist vorbehandeltes (granuliertes) Pulver von zwei Stempeln mit hohem Druck zusammengepresst wird.

Tablettenarten

Übliche deutsche BezeichnungBeschreibung
(Peroral- )TablettenTabletten, die direkt oder nach dem Zerfallenlassen geschluckt werden
MikrotablettenSehr kleine Tabletten mit einem Duchmesser von unter 2 mm, werden meist weiterverarbeitet (z.B. in Kapseln gefüllt).
KautablettenAromatisierte, zum Zerkauen und anschließendem Schlucken gedachte Tabletten (z. B. manche Vitamintabletten)
LutschtablettenAromatisierte Tabletten zum Lutschen. Sind dafür bestimmt, Arzneistoffe im Mund und Rachenraum lokal zur Wirkung zu bringen
BuccaltablettenMeist kleine Tabletten, die bis zur Auflösung in der Backentasche behalten werden. Arzneistoff löst sich im Speichel und wird über die Mundschleimhaut resorbiert.
SublingualtablettenMeist kleine Tabletten, die bis zur Auflösung unter der Zunge behalten werden. Arzneistoff löst sich im Speichel und wird über die Mundschleimhaut resorbiert.
Überzogene TablettenDragees, Filmtabletten
Magensaftresistent überzogene TablettenTabletten mit einem Schutz gegen Magensäure überzogen. Dieser Überzug dient entweder dazu das Medikament vor der aggressiven Magensäure zu schützen oder aber den Magen vor dem Medikament. Der Arzneistoff wird erst im Darm freigesetzt.
RetardtablettenTabletten mit zeitlich modifizierter - programmierter Abgabe der Arzneistoffe.
LösungstablettenVollständig in Wasser oder einem entsprechenden Lösungsmittel lösliche Tabletten zur Herstellung von innerlich oder äußerlich anzuwendenden Lösungen.
BrausetablettenLösungstabletten, die sich rasch unter Kohlensäureentwicklung lösen (z. B. Vitamin-C-Brause).
ReagenztablettenLösungstabletten, die in einem bestimmten Volumen Lösungsmittel zu lösen sind und eine rasche Herstellung einer Reagenzlösung für analytische Zwecke ergeben.
Vaginaltablettenspeziell geformte Tabletten zur Einführung in die Scheide, wo sie meist eine lokale Wirkung ausüben.
ImplantationstablettenSterile Tabletten, die meist nur aus dem Arzneistoff bestehen und mittels eines chirurgischen Eingriffs unter die Haut gebracht (implantiert) werden, wo sie für viele Wochen als Arzneistoffdepot wirken.