So überstehen Sie Feste ohne Kater
 
Tipps von Ihrer Apothekerin
 
Wie Katerkopfschmerzen entstehen ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien und dementsprechend auch verschiedene Tipps. Nicht zuletzt vermeiden Sie einen "Kater" am besten, wenn Sie nur so viel trinken, wie Sie vertragen.

Ein halber Liter Bier, ein viertel Liter Wein oder drei Gläser Schnaps à 0,02 Liter enthalten etwa 20 g reinen Alkohol. Mit drei Vierterln Wein oder drei Flaschen Bier (60 g reiner Alkohol) hat ein Mann (75 Kg schwer) einen Alkoholspiegel von etwa 1,1 Promille im Blut erreicht und eine Frau (65 kg schwer) etwa 1,3 Promille. Alkohol wird vom Körper zwar schnell aufgenommen, aber langsam abgebaut und ausgeschieden. Im Durchschnitt werden pro Stunde 0,1 Promille Alkohol abgebaut. Ein Mann braucht also etwa 11 Stunden, eine Frau ungefähr 13 Stunden, um diesen Alkohol wieder abzubauen.
Alkohol erweitert die Gefäße
Alkohol erweitert die Gefäße. Diese Wirkung kommt dadurch zustande, dass Alkohol die Blutplättchen veranlasst, das Hormon Serotonin freizusetzen. Serotonin wiederum erweitert dann die Blutgefäße. Dadurch werden aber bestimmte Schmerzrezeptoren in den Gefäßwänden gereizt, was dann letztendlich zu den besagten Kopfschmerzen führt.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass Rotwein im Gegensatz zu Weißwein oder Bier besonders viel Serotonin freisetzt. Dies erklärt auch, warum Rotweintrinker eher unter Kopfschmerzen klagen.

Alkohol-Abbauprodukte schädigen Zellen
Nach einer anderen Theorie spielen die Abbauprodukte des Alkohols eine wichtige Rolle. Ein Kater entsteht, wenn nicht genügend Aldehyddehydrogenase produziert werden konnte, um schädliche Zwischenprodukte abzubauen.
Der Alkoholabbau geschieht über zwei Stufen: vom Äthanol zum Acetaldehyd und anschließend zur Essigsäure. Acetaldehyd ist ein Zellgift. Die dadurch geschädigten Zellen können die Beschwerden verursachen. Dass Acetaldehyd für den Kater als alleinige Ursache in Frage kommt, ist nicht sehr wahrscheinlich, denn dieser Metabolit kommt nur in kleinen Mengen ins Blut. Das Endprodukt des Alkoholabbaus, die Essigsäure verändert jedoch den Blut-pH in den sauren Bereich, was ebenfalls Übelkeit verursacht und den Alkoholabbau verlangsamt.

Wenn im Alkohol Methanol oder andere Fuselalkohole enthalten waren, führt das zu noch giftigeren Zwischenprodukten und sorgt für entsprechende Vergiftungserscheinungen. Methanol ist vor allem in selbst gebrannten Alkoholen, billigen Rotweinen, Cognac oder Fruchtlikören enthalten. Untersuchungen zeigen, dass die Katersymptome dann auftreten, wenn der Methanolgehalt im Blut am höchsten ist. Methanol wird in der Leber zu Formaldehyd und anschließend zu Ameisensäure abgebaut. Formaldehyd ist aber wie Acetaldehyd ein Zellgift. Auch hier könnten die geschädigten Zellen letztendlich die Schmerzen verursachen

Der Genuss von Alkohol führt auch zur Entwässerung des Körpers.
Dadurch kann es zu Austrocknungserscheinungen kommen. Mit der Entwässerung geht ein Mineralstoffverlust einher, der zur Störung des Ionenhaushalts führt. Außerdem wird der Glukoseanteil im Blut drastisch reduziert, was zu Entkräftungserscheinungen führt. Deshalb wird empfohlen: Mineralstoffe und Glukose (Traubenzucker) zuführen, zusätzlich sollte jedoch auch Fruktose (Fruchtzucker) substituiert werden.

Fruktose ersetzen
Fruktose, besonders viel davon ist im Honig enthalten, fördert den Alkoholabbau. Neben Honig ist auch der Tomatensaft eine weitere gute Quelle, um sich mit Fruktose zu versorgen. Auch er hilft, den Alkohol schneller zu verbrennen. Die Bloody Mary macht nach einer durchzechten Nacht schon Sinn - aber den Wodka sollte man dabei besser weglassen.

Mineralstoffverlust rechtzeitig ausgleichen
Statt am Morgen danach Rollmöpse im Rahmen des Katerfrühstücks zu essen, sollten diese besser vor dem Katzenjammer verzehrt werden, denn der Rollmops enthält reichlich Mineralstoffe. Neben Natrium (enthalten im Salzgebäck oder Mineralwasser) geht dem Körper auch Magnesium verloren. Magnesium ist ein Effektor von circa 300 verschiedenen Enzymen und Enzymsystemen. Es wird daher empfohlen, schon vor dem Schlafen gehen 250 bis 500 Milligramm Magnesium (Magnesiumbrausetabletten aus der Apotheke) einzunehmen.


Tipps von Ihrer Apothekerin

Die beste und gesündeste Medizin gegen Katerstimmung ist einfach auf Alkohol zu verzichten oder ihn nur mäßig zu konsumieren. Kommt es dennoch zu den klassischen Symptomen, dann gibt es Abhilfe.
Tipps zur Regeneration:
  • Verzichten Sie auf klassische "Kater Cocktails" wie "Bloody Mary" sowie auf andere alkoholische Getränke, denn sie mildern die Symptome nur kurz. Besser reichlich Mineralwasser trinken.
  • Die allgemeine Übelkeit lässt sich auch gut besänftigen. Zum Beispiel mit Nux vomica, der Brechnuss. Dabei handelt es sich eine homöopathische Zubereitung aus der Apotheke. Gemäß der Homöopathiedevise "Ähnliches heilt Ähnliches" soll die Brechnuss die Übelkeit vertreiben. Die kleinen Kügelchen (Globuli) werden noch vor dem Schlafen gehen eingenommen.
  • Bei Anzeichen von Hunger raten Fachleute zu leichten Mahlzeiten, zum Beispiel Gemüsesuppe oder fettarme Bouillon.
  • Licht, Sauerstoff und Bewegung regen ebenso wie Wechselduschen den Kreislauf an. Falsch wäre es, sich im dunklen Zimmer zu verkriechen. Große Hitze und starke körperliche Anstrengung sollten jedoch vermieden werden.
  • Besser als alle Maßnahmen danach: Wenn möglich, die Alkoholmenge schon vorher festlegen. Jedes Glas vor dem Nachschenken austrinken – sonst verliert man die Übersicht.
  • Egal, wie viel oder wenig Alkohol Sie getrunken haben: Lassen Sie das Auto stehen und fahren Sie stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder gehen Sie zu Fuß nach Hause, denn Alkohol wird nur sehr langsam abgebaut.