Rosa gallica officinalis: Die Apotheker-Rose
 
Die alten Rosensorten zeichnen sich durch wunderschöne Blütenformen, herrliche Farben und großartigen Duft aus.
 

Wildrosen haben ungefüllte Blüten


Rosa gallica officinalis: Die Apotheker-Rose mit magentaroten herrlich duftenden Blüten
»Gärten der Jahrhunderte« Gartentage im Stift Klosterneuburg (Foto F. Biba)


Blüten der Damascener Rose York and Lancaster
    Rosen sind uns heute nur noch als Zierpflanzen vertraut, doch sollten wir nicht vergessen, dass sie früher als Heilpflanzen geschätzt und viel gebraucht wurden. Neben ihrem Duft und ihrer Zierde für Gärten wird die Rosa gallica schon seit dem Altertum für die Herstellung von Rosenöl, Rosenwasser, Rosenessig und ihre Blütenblätter und die Hagebutten als Tee genutzt.

    Wildrosen
    Rosa gallica (auch Essig-Rose genannt) ist als Wildrose ein Strauch, der auf trockenen Wiesen und in Laubwäldern wächst, und wie alle Wildrosen ungefüllte Blüten mit fünf Kronblättern und zahlreichen Staubgefäßen in der Mitte hat und fleischige Hagebutten entwickelt (siehe Abbildung links).

    Rosa gallica officinalis („Apotheker-Rose“)
    Eine Kulturform der Wildrose Rosa gallica wurde im Mittelalter als Rosa gallica officinalis („Apotheker-Rose“) gezüchtet. Diese magentarote Sorte ist die wahrscheinlich älteste kultivierte Rose, der Anbau wurde bereits in der Landesgüterverordnung Karls des Großen um 800 n Chr. empfohlen. Im 15. Jahrhundert war sie als 'Red Rose of Lancaster' das Symbol des Hauses Lancaster. Ihren wissenschaftlichen Namen „Rosa gallica officinalis“ erhielt sie von der Essig-Rose (Rosa gallica), das lateinische Wort "officinalis" gibt einen Hinweis auf die Apotheke (vergleiche „offizinell“ für „in der Offizin = Apotheke erhältlich“). Sie wird zu den Alten Rosen gezählt. Unter „Alte Rosen" versteht man Rosensorten, die bereits vor 1867 kultiviert wurden. Die alten Sorten zeichnen sich durch wunderschöne Blütenformen, herrliche Farben und großartigen Duft aus, sind aber, bis auf wenige Ausnahmen, nur einmal blühend.
Der Auszug der Rosenblüten wirkt adstringierend und wurde zur Heilung im Mund- und Rachenbereich, zum Gurgeln, sowie zur Behandlung schlecht heilender Wunden verwendet. Das Rosenwasser, Aqua Rosae, gibt es noch heute in den Apotheken. Verwendung findet es als Duftwasser und es spielt noch bei der Marzipanherstellung eine Rolle, während der früher bei "Mundfäule" eingesetzte Rosenhonig, Mel rosatum (war zuletzt im Ergänzungsband 6 zum Deutschen Arzneibuch 1941 monografiert), fast ganz verschwunden ist. Das echte ätherische Rosenöl Aetheroleum Rosae ist sehr kostbar, da zur Herstellung von 1 kg Rosenöl 3 – 4 Tonnen Rosenblütenblätter notwendig sind.

Damaszener Rosen (Rosa damascena Miller)
Im Europa des Hochmittelalters wurden die ersten Gartenrosen aus wilden Rosen kultiviert, die meisten Rosenarten damals waren entweder reine gallica-Sorten oder aber gallica-Hybriden. Die Damaszener Rose ist eine fertile Hybride aus Rosa gallica mit entweder Rosa moschata oder Rosa phoenicia, ist seit der Antike bekannt und kam mit den Kreuzrittern des 13. Jahrhunderts über Frankreich in die europäischen Gärten. Auch sie wird zu den Alten Rosen gezählt.

Aetheroleum Rosae
Das ätherische Rosenöl wird heute hauptsächlich aus Damaszener Rosen gewonnen. Die größten Anbaugebiete liegen in Bulgarien. In Zentral-Bulgarien, etwa 200 km östlich von Sofia liegt das Rosental, dort werden jährlich etwa 4,5 - 6 Kilotonnen (4500 - 6000 Tonnen) Rosenblüten geerntet und zu zirka 1 bis 1,5 Tonnen Rosenöl destilliert.

Die Damaszener-Rose wurde zur Heilpflanze des Jahres 2013 gekürt.



TV Bericht

Starten Sie hier die Sendung vom 3.April 2013
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    Die Rose: Heilpflanze des Jahres
    Sie ist die Königin unter den Blumen - die Rose, genauer gesagt die Damaszener-Rose, die Heilpflanze des Jahres 2013 und genau darüber sprechen wir heute mit unserer Apothekerin Mag.pharm. Sonja Burghard.

    Zur Wiedergabe bitte das Startsymbol links im Bild anklicken (Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)

    Die tägliche TV-Illustrierte "Heute Leben" wird Montag bis Freitag um 17.30 Uhr in ORF 2 ausgestrahlt. Jeden Mittwoch sind in dieser Live-Sendung Beiträge unserer Fernsehapothekerin.

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