Inhalationsgeräte und -hilfen richtig anwenden und reinigen
 
Pharmaceutical Care - Beratung und Betreuung durch ApothekerInnen
 
Gelöste Medikamente, die zu Nebel zerstäubt werden, bezeichnet man als Aerosole. Gelangen diese über die Einatmung in die Atemwege, spricht man von Inhalationstherapie. Der Erfolg einer Inhalationstherapie hängt wesentlich von der richtigen Handhabung des Inhalators ab, da nur bei sachgerechter Anwendung und Aufbewahrung die Wirkstoffe im gewünschten Umfang in die vorgesehene Regionen des Atemtrakts gelangen und Infektionen der Atemwege verhindert werden.

Bei Inhalationen ist die therapiebegleitende Beratung durch die Apothekerin, den Apotheker, die wichtigste Aufgabe im Sinne des Medikationsmanagements. Viele Patienten haben verschiedene Dosieraerosole zur Dauermedikation und zur Notfallbehandlung. Eine farbliche Markierung (z.B. rot für Notfallmedikament) kann helfen, diese zu unterscheiden. Die Reihenfolge der Verabreichung ist wichtig: Zuerst das Bronchien erweiternde Medikament benutzen und dessen Wirkung abwarten. Anschließend das kortisonhaltige Medikament verabreichen. Mundausspülen nach Kortison nicht vergessen, um eine Pilzinfektion der Mundhöhle zu verhindern. Auch Tipps zur richtigen Anwendung oder zur praktischen Durchführung einer regelmäßigen Reinigung der Inhalationshilfen werden von ApothekerInnen gerne gegeben.


Inhalationshilfen gibt es in verschiedenen Ausführungen in der Apotheke.

Fotos: ORF
Die meisten für die Inhalation geeigneten Medikamente sind als Dosieraerosole erhältlich. Bei Dosieraerosolen gibt es zwei verschiedene Arten: Zum einen Dosieraerosole, bei denen das Medikament durch Treibgas ausgestoßen wird, dazu zählen z.B. Kortisonpräparate. In Dosieraerosolen ohne Treibgas (z.B. einige Bronchodilatoren) ist das Medikament in Pulverform enthalten, und wird bei Gebrauch durch einen erzeugten Luftstrom herausgeblasen.

Richtig inhalieren
  • Dosieraerosol mit Treibgas zwischen Daumen und Mittelfinger halten und schütteln. Bei Dosieraerosolen ohne Treibgas entfällt dies.
  • Nun die Schutzkappe entfernen.
  • Bei Dosieraerosolen ohne Treibgas kann am Dosierrad die Medikamentendosis eingestellt werden.
  • Tief ausatmen, dann das Mundstück fest von den Lippen (und Zähnen) umschließen. Dabei muss der Medikamentenbehälter nach oben zeigen.
  • Während der Patient langsam und tief einatmet, auf den Kanister drücken.
  • Nun soll die Luft möglichst fünf Sekunden angehalten werden, dann sollte durch die Nase ausatmen.
Reinigung und Desinfektion
Um einer zu starken Bakterienbesiedelung entgegenzuwirken muss das Mundstück nach jedem Gebrauch (mindestens jedoch einmal am Tag!) mit heißem Wasser gereinigt werden. Dann gut abtrocknen und trocknen lassen.

Inhalationshilfen
Manche Patienten haben Schwierigkeiten, genau dann mit dem Einatmen zu beginnen, wenn sie das Dosieraerosol aktivieren. Hier kann ein Hohlraum zwischen Dosieraerosol und Mund Abhilfe schaffen. Solche Vorschaltkammern nennt man "Spacer" oder "Inhalationshilfe". Auch der Spacer braucht ein wenig Pflege. Er sollte am besten jeden Abend mit fließendem Wasser durchgespült werden und dann über Nacht trocknen.

Die Inhalation von Medikamenten über ein elektrisch betriebenes Gerät (Vernebler) ist die intensivste Form der Inhalation, denn hier hat der Patient nicht nur 1 Atemzug Zeit, um seine Therapie in die Lunge zu bringen, sondern einige Minuten. Solche Geräte müssen unbedingt regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden, weil sie sonst eine Brutstätte für Krankheitserreger darstellen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Verneblerkopf nicht mit Medikamentenresten ungereinigt stehen bleibt. Große Bedeutung hat die vollständige Trocknung der Einzelteile nach der Reinigung.

ORF Beitrag "Inhalationshilfen richtig anwenden": TV Sendung als Video abspielen
(Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)

Vortrag Univ.-Prof. Dr. Helmut Viernstein "Applikationsmittel und Inhalationshilfen bei COPD und Asthma" (47. Wissenschaftliche Fortbildungswoche in Schladming 2014).