So nehmen Sie Ihre Medikamente richtig ein
 
Damit ein Arzneimittel seine Wirkung voll entfalten kann, muss es richtig eingenommen werden.
 
Bei richtiger Diagnose und optimalem Therapieplan kann der Therapieerfolg drastisch reduziert sein, wenn der Patient das Arzneimittel nicht richtig anwendet. Beim Einnehmen von Arzneien kann so manches falsch laufen.





Nehmen wir zum Beispiel den Hinweis auf dem Beipackzettel "mit reichlich Flüssigkeit einnehmen". Solche Hinweise werden häufig überlesen oder ignoriert. Doch eine ganze Reihe von Medikamenten enthält Säuren, und die können die Speiseröhre verätzen, wenn die Kapseln oder Tabletten beim Schluckvorgang hängen bleiben. Ausserdem ist die Flüssigkeit notwendig, damit die Arznei rascher den Magen verläßt. Die (meisten) Arzneimittel müssen, um zu wirken, in den Darm gelangen. Dazu braucht der Magen ein Signal der Füllung. Das erreicht man durch das Trinken von mindestens 1/4 Liter Wasser.

Manchen Patienten treibt schon der bloße Anblick größerer Kapseln oder Tabletten die Schweißperlen auf die Stirn: Tablette auf die Zunge, ein möglichst großer Schluck Wasser, dann den Kopf nach hinten ins Genick und das Arzneimittel will nicht und nicht hinunter. Der Grund: Wird der Kopf nach hinten gelegt, kann es passieren, dass die Kapsel auch nach dem Schlucken noch im Mund ist, weil sie auf dem Wasser schwimmt. Ganz schlecht ist es auch, den Kopf beim Schlucken ruckartig nach hinten zu werfen. Dabei wird nämlich die Tablette gegen den Gaumen gespült und dort abgebremst. Besonders problematisch ist die Einnahme von Arzneimitteln im Bett.

Trick bei Schluckbeschwerden
Beim Tabletten-Schlucken muss man den Kopf nicht nach hinten sondern nach vorne beugen: Kinn gegen die Brust, bei ansonsten aufrechter Oberkörperhaltung. Durch die nach vorne gebeugte Kopfhaltung rutscht die Tablette direkt nach hinten in den Rachen.


Viele Patienten haben Probleme beim Umgang mit Topffläschchen.

Man unterscheidet sogenannte "Randtropfer" von den "Zentraltropfern":

Randtropfer:
Sie haben lediglich
ein Loch in der Mitte des Einsatzes. Das Tropfen erfolgt aus der Schräghaltung. Bitte auf keinen Fall "anklopfen", da es sonst leicht zu Überdosierungen kommen kann.

Zentraltropfer (Sekrechttropfer):
Sie haben neben einer Flüssigkeitsaustrittsröhre in der Mitte
noch eine kleine, nach innen führende Röhre am Rand des Einsatzes, die zur Belüftung dient. Zentraltropfer müssen genau senkrecht kopfüber gehalten werden, um die vorgeschriebene Tropfengröße und damit die richtige Dosierung zu erreichen. Bei einem schräg gehaltenen Zentraltropfer sind die Tropfen kleiner, es wird also unbeabsichtigt zu wenig eingenommen.

Abbildungen:
Bild oben - Randtropfer: schräg halten!
Bild unten - Zentraltropfer: Senkrecht nach unten halten!
Bei der Anwendung von einem Nasenspray ist darauf zu achten, dass man die Dosiersprühpumpe erst loslässt, wenn das Röhrchen wieder aus der Nase heraußen ist. Sonst gelangt nur ein Teil des Wirkstoffes tatsächlich dorthin, wo er hin soll, denn die Luft aus der Nase wird mitsamt den Keimen wieder in die Flasche gepumpt. Außerdem ist bei diesen Systemen vor dem erstmaligen Gebrauch die Pumpe außerhalb der Nase zu betätigen, damit das Steigrohr und das Dosiersystem mit Arzneimittellösung gefüllt werden. Nach Gebrauch darf nicht vergessen werden, die Schutzkappe wieder auf den Nasenadapter zu stecken.
Bei Cremen und Salben aus der Apotheke sollte man die Tube nicht aufrollen oder quetschen, sonst kann sie einreißen und der Inhalt durch den Kontakt mit der Luft unbrauchbar werden. Für geöffnete Packungen gilt das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum nicht mehr, sie müssen binnen drei bis sechs Monaten aufgebraucht werden.

Weitere Informationen in Ihrer Apotheke!



Starten Sie hier die Sendung
TV-Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager zum Thema
Arzneimittel richtig einnehmen in der Sendung
"Heute Leben" am 4.9.2013:
Damit ein Medikament seine Wirkung voll entfalten kann, muss es richtig eingenommen werden. Aber was bedeutet 1 x, 2 x oder 3x am Tag, was vor oder nach dem Essen und heißt nüchtern ohne Alkohol-Genuss? Fragen, die Apothekerin Irina Schwabegger-Wager beantwortet und sie gibt Tipps für Menschen mit Schluckbeschwerden.

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TV-Apothekerin Mag.pharm. Barbara Haase zum Thema:
Tagesrhythmen und Arzneimittelwirkung in der Sendung
„Sommerzeit“ am 8.8.2007:
Wir haben alle einen Rhythmus, z.B. auch einen Biorhythmus, d. h. verschiedene Vorgänge des Organismus laufen immer wieder zu den gleichen Tageszeiten ab. Das hat auch einen Einfluss darauf wie die Medikamente wirken, die wir täglich zu uns nehmen.
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Einnahmetipps in der Sendung
"Frühlingszeit" am 23.4.2008
Wer eine Tablette nimmt sollte auch etwas dazu trinken – diesen Rat befolgen die meisten – allerdings ist es meist wirklich nur 1 Schluck und das sind 5 bis 20 ml Wasser (um einen Bezugsrahmen zu schaffen: ein Suppenlöffel enthält 10 ml). Mit so wenig Flüssigkeit kann das Arzneimittel allerdings nicht richtig in den Verdauungstrakt befördert werden und die Wirkstoffe werden unzureichend herausgelöst.
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