Die Bedeutung von Vitamin E (Tocopherol)
 
 
Erst 1968 wurde die Bedeutung von Vitamin E als essentieller Nährstoff entdeckt. Es kann nur von Pflanzen synthetisiert werden und muss daher mit der Nahrung zugeführt werden. Als rein pflanzliches Vitamin kommt Vitamin E im Fettanteil der Pflanzen, d.h. im Pflanzenkeim (Weizenkeimlinge, Erdnüsse) vor. Keimöle sind daher die Lieferanten des Vitamins. In der Natur kommen acht Vitamin-E-Stoffgemische vor, beim Menschen wirkt eines davon, das so genannte alpha-Tocopherol, am besten. Das im wesentlichen in Sojaprodukten vorkommende gamma-Tocopherol zeigt hingegen nur geringe Wirkung.

Vitamin E spielt eine besondere Rolle als Antioxidans, also in der Funktion, aggressive Sauerstoffradikale unschädlich zu machen. Jede gesunde Zelle ist von einer schützenden Zellmembran (Zellhülle) umgeben. Zum Leben benötigt die Zelle Sauerstoff. Dieser wird von den roten Blutkörperchen zugeführt. Aggressiver Sauerstoff in Form von freien Radikalen greift die Zellmembran an. Die Membran wird brüchig, der normale Zellstoffwechsel ist nicht mehr gewährleistet. Die freien Radikale zerstören die Zellmembran und schließlich stirbt die Zelle ab.

In der Zellmembran eingelagertes Vitamin E schützt die Zelle gegen die Angriffe der freien Radikale. Der von den roten Blutkörperchen herantransportierte lebensspendende Sauerstoff kann ungehindert in die Zelle gelangen. Der aggressive Sauerstoff wird vom Vitamin E abgefangen.

Auch beim Fettstoffwechsel und beim Eiweißstoffwechsel spielt Vitamin E eine Rolle. Vitamin E ist besonders wichtig für ein intaktes Immunsystem sowie für die volle Funktionsfähigkeit von Bindegewebe, Muskulatur, Nervensystem, Herz-Kreislauf-Gefäßen und Fortpflanzungsorganen. Raucher sowie Menschen, die großen Belastungen oder Stress ausgesetzt sind, Herzkranke und immungeschwächte Patienten haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin E. Weiters steigt der Bedarf an Vitamin E während der Schwangerschaft, beim Leistungssport und immer dann, wenn dem Körper größere Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren (z. B. Linolsäure) zugeführt werden.