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Weißdorn Effekt auf das Herz
 
Arzneipflanze des Jahres 2019
 
Vom „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg wurde der Weißdorn zur Arzneipflanze des Jahres 2019 gekürt.
Der Weißdorn hilft dem alternden Herzen.“ – ist ein Spruch, der schon lange geprägt ist. Selbstverständlich müssen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems unbedingt sorgfältig medizinisch abgeklärt werden und eigenen sich nicht für eine Selbstmedikation. Jede Therapie kann jedoch durch eine entsprechend gesündere und ausgeglichene Lebensweise extrem unterstützt werden und es gibt auch fürs Herz Heilpflanzen aus der Naturheilkunde zur Unterstützung, wie etwa den Weißdorn (lat. Crataegus).

Weißdorn (Crataegus monogyna, C. laevigata) wächst in Laubwäldern und wird häufig als Hecke gepflanzt. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni. Von August bis September reifen die roten Früchte heran.

Weißdorn wächst als Strauch oder als kleiner Baum, wird 2 bis 8 m hoch und ist wegen seiner weißen Blütenpracht beliebt. Die Zweige sind stark dornig, deshalb wird er auch "Hagedorn" (mittelhochdeutsch "hag" für Dorngebüsch, Umfriedung) genannt.

Pharmazeutisch verwendet werden die getrockneten, blühenden Zweigspitzen. Weißdornblätter mit Blüten (Crataegi folium cum flore) enthalten oligomere Procyanidine und Flavonoide, die zu einer erhöhten Schlagkraft des Herzmuskels (positiv inotrope Wirkung) führen. Ferner wird die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße gefördert und die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel erhöht. Die Arzneipflanze wird nicht nur beim sogenannten „Altersherz“ eingesetzt, sondern findet auch bei Herzbeschwerden nach Infektionskrankheiten und bei extremen körperlichen Belastungen, wie sie z.B. beim Bergsteigen in großen Höhen entstehen, Anwendung.

Man kann Blüten und Blätter in der Zeit von Mai bis Juni frisch ernten, trocknen, pulverisieren und davon täglich morgens und abends je einen Teelöffel voll einnehmen oder aber aus ihnen Tee bereiten; dazu 2 gehäufte Teelöffel Blüten, Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Ist Ihnen das zu mühsam, hält Ihre Apothekerin entsprechende Tees und Präparate (Tropfen, Kapseln, Tabletten....) für Sie bereit.

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg legt jedes Jahr eine andere anerkannte Arzneipflanze fest. Damit soll die wissenschaftliche Bedeutung der Arzneipflanzen als wirksame Medizin stärker ins Bewusstsein gerückt werden.