Diphtherie
 
 
Kinderimpfung

Die Impfung ist im kostenfreien Impfprogramm enthalten und wird im Rahmen der 6-fach Impfung nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 12. (-14.) Lebensmonat geimpft (Hexyon/Infanrix hexa). Im Schulalter wird die Kombinationsimpfung Diphtherie, Tetanus, Pertussis und Polio im 7. (-9.) Lebensjahr wiederholt.

Erwachsenenimpfung

Nach der Grundimmunisierung im Säuglingsalter und Auffrischungsimpfung im Schulalter sollen bis zum vollendeten 60. Lebensjahr Auffrischungsimpfungen mit reduzierter Diphtheriekomponente als Kombinationsimpfstoff mit Tetanus, Pertussis und Polio alle 10 Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr alle 5 Jahre erfolgen.
Indikation

Alle Personen sollen gegen Diphtherie, in Kombination mit Tetanus, Pertussis und Polio, geimpft sein. Besonders wichtig ist der Impfschutz für

  • Medizinisches Personal, welches Kontakt mit Infizierten haben kann
  • Personen mit häufigen Publikumskontakten (z.B. Lehrerinnen und Lehrer, Ausbildungspersonal, Reiseführerinnen und Reiseführer, Heimhilfen, Kosmetikerinnen und Kosmetiker u.dgl.)
  • Personen aus Gebieten mit hohem Diphtherie-Risiko
  • Personal der Grenzkontrollinstitutionen, diplomatisches Personal
  • Reiseimpfung: insbesondere bei Reisen in Endemiegebiete

Impfschema

Grundimmunisierung im 1. Lebensjahr: 2+1 Schema: 2. Dosis nach 2 Monaten, 3. Dosis 6-12 Monate nach 2. Dosis.
Grundimmunisierung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr: 2. Dosis nach 1-2 Monaten, 3. Dosis 6 -12 Monate nach der 2. Dosis.
Auffrischung: im Schulalter, danach alle 10 Jahre, bzw. alle 5 Jahre ab dem vollendeten 60. Lebensjahr.
Bei Versäumnis und einem Impfabstand bis zu 20 Jahren wird die Impfung mittels einer einzigen Dosis nachgeholt, bei längerem Impfabstand (größer 20 Jahre) wird eine Auffrischungsimpfung mit serologischer Impferfolgsprüfung empfohlen.

Erkrankung, Epidemiologie und Bedeutung

Diphtherie wird hauptsächlich durch das Toxin-produzierende Bakterium Corynebakterium diphtheriae über Tröpfcheninfektion und engen Kontakt übertragen. In seltenen Fällen können auch andere Diphtherietoxin-produzierende Corynebakterien, wie C. ulcerans oder sehr selten C. pseudotuberculosis die Erkrankung hervorrufen. Die Inkubationszeit der durch Corynebacterium diphtheriae hervorgerufenen Erkrankung beträgt 2-5 Tage. Das Krankheitsbild kann von einer lokalen Infektion (Nase, Rachen, Kehlkopfdiphtherie) über eine Infektion der Atemwege bis zu einer schweren toxischen Form (Herzmuskel-NierenLeberschäden) variieren. In tropischen oder subtropischen Gebieten kann das Bakterium Haut- und Schleimhaut-Diphtherie hervorrufen. Personen, die erfolgreich gegen Diphtherie geimpft sind, können Träger von C. diphtheriae sein und dieses übertragen, erkranken jedoch selbst nicht.
Diphtherie ist in Österreich meldepflichtig.
Diphtherie kommt nach wie vor in manchen Regionen endemisch vor (wie z.B. Afrika, Südamerika, Asien, Albanien, einigen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion) und es sterben auch heute noch 5 % - 20 % der Erkrankten. In den 90er Jahren gab es in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion einen großen Ausbruch der Diphtherie mit über 150.000 Fällen und mit tausenden Toten. Hautdiphtherie kommt endemisch in tropischen Ländern und äußerst selten in Europa vor. Hautdiphtherie ist ein Risikofaktor für die Transmission von Diphtherie.
Die Diphtherieimpfung bietet einen effektiven Schutz gegen die Erkrankung verursacht durch toxigenes C. diphtheriae.
In Österreich wurde erstmals nach über 20 diphtheriefreien Jahren im Mai 2014 ein Fall von Wunddiphtherie diagnostiziert. Ein weiterer Fall von nach Österreich importierter Hautdiphtherie folgte im Dezember 2014. Zwei Fälle von kutaner Diphtherie traten erneut im Dezember 2016 auf. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 6 humane Verdachtsfälle zur Untersuchung an die Nationale Referenzzentrale für Diphtherie-Labor übermittelt.
Auch wenn der Nachweis von C. diphtheriae in Österreich nach wie vor selten ist, wird darauf hingewiesen, dass Reisen in und aus Ländern, in denen Diphtherie endemisch vorkommt, ein Risiko für das Wiederauftreten der Krankheit darstellen können. Die unveränderte Bedeutung der Diphtherieimpfung wird dadurch unterstrichen.
Die Behandlung der Diphtherie erfolgt mit Antitoxin und Antibiotika, im Anlassfall wird die
Kontaktaufnahme mit der Nationalen Referenzzentrale Diphtherie-Labor der AGES
empfohlen.

Informationen stammen auszugsweise aus dem Impfplan 2019. Für weitere Informationen und genaue Impfschemata: Der Österreichische Impfplan 2019