Influenza (Virusgrippe)
 
 
Kinderimpfung

Die Influenza-Impfung ist für alle Kinder und Jugendlichen jährlich empfohlen, besonders für Säuglinge und Kleinkinder ab dem vollendeten 6. Lebensmonat. Die Influenzaimpfung ist nicht im kostenfreien Impfprogramm enthalten. Bei der erstmaligen Impfung von Kindern bis zum vollendeten 8. bzw. 9. (tetravalenter Totimpfstoff) Lebensjahr oder wenn das Kind bisher erst eine einzige Impfung erhalten hat, sollen (abweichend von der Fachinformation) 2 Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen gegeben werden.

Erwachsenenimpfung

Grundsätzlich ist die Influenza-Impfung für alle Personen ab dem vollendeten 6. Lebensmonat empfohlen, insbesondere für Ältere, chronisch Kranke, Personengruppen mit anderen Risikofaktoren und Personal im Gesundheitswesen (Details siehe Indikation). Zuschüsse oder kostenfreie Impfungen gibt es bei einzelnen Arbeitgebern. Indikation Die Impfung ist jeder Person, die sich schützen will, zu empfehlen.

Impfschema

Die beste Zeit für die jährliche Influenzaimpfung beginnt Ende Oktober. Sie kann aber zu jedem späteren Zeitpunkt, auch während bereits Influenza-Fälle auftreten, durchgeführt werden.
Das Ansprechen auf eine Influenzaimpfung ist abhängig von der Immunkompetenz, der individuellen Influenza-Infektions- bzw. Impfgeschichte und der Übereinstimmung der Impfstämme mit den saisonal zirkulierenden Influenzaviren.
Da nicht vorhersehbar ist, welche Stämme in Österreich in der jeweiligen Saison tatsächlich vorherrschen werden und wie exakt sie durch den Impfstoff abgedeckt sein werden, ist eine Vorhersage der Schutzwirkung der Influenzaimpfung vor der Saison nicht möglich.
Gesamt gesehen sind Geimpfte gegenüber den Nicht-Geimpften jedenfalls im Vorteil. Sollten Geimpfte trotz Impfung erkranken verläuft die Erkrankung zumeist milder und kürzer, erleiden sie deutlich weniger Influenza-bedingte Komplikationen und benötigen seltener einen Krankenhausaufenthalt.

Impfstoffe

Es sind verschiedene Arten von Influenza-Impfstoffen zugelassen (siehe auch www.sozialministerium.at/influenzaempfehlung). Alle in Österreich zugelassenen Influenza-Impfstoffe enthalten 3 oder 4 von der WHO und EMA für die jeweilige Saison empfohlene Influenzavirus-Impfstämme: zwei Influenza A Stämme (Saison 2018/2019 A(H1N1)pdm09 und A(H3N2)) und einen oder beide Vertreter der Influenza B-Linien. Die Verwendung von tetravalenten Influenza-Impfstoffen (zwei A- und zwei B- Influenzastämme) ist von Vorteil, um eine breitere Abdeckung zu erzielen. Alle inaktivierten Impfstoffe sind nicht adjuvantiert, bis auf einen trivalenten, der besonders für ältere Personen empfohlen wird (siehe dort). Zusätzlich zu den Totimpfstoffen (Spalt- oder Subunit-Impfstoffe), die systemisch appliziert werden, gibt es einen Lebendimpfstoff, der vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zugelassen ist und nasal (als Nasenspray) verabreicht wird.

Impfschema

Der für Kinder und Jugendliche vom vollendeten 2. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr zugelassene Lebendimpfstoff ist tetravalent und enthält (Saison 2018/2019) Influenza A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) und beide Vertreter der Influenza B-Linien. Bei der erstmaligen Impfung von Kindern bis zum vollendeten 8. bzw. 9. (tetravalenter Totimpfstoff) Lebensjahr oder wenn das Kind bisher erst eine einzige Influenza-Impfung erhalten hat, sollen 2 Dosen (Empfehlung in Abweichung zur Fachinformation!) im Abstand von mindestens 4 Wochen gegeben werden. Danach ist auch in dieser Altersgruppe, wie bei älteren Kindern und Jugendlichen, eine Dosis jährlich ausreichend.
Ein Vorteil dieses nasalen Lebendimpfstoffes ist, dass die Impf-Compliance durch die einfache Verabreichung erhöht werden kann und bei Erstimpfung ein besseres immunologisches Priming erfolgt. Darum wird für die Erstimpfung gegen Influenza bei Kindern ab dem vollendeten 2. Lebensjahr die Verwendung des tetravalenten, intranasalen Lebendimpfstoffes empfohlen.

Für Erwachsene bis zum vollendeten 65. Lebensjahr ist eine jährliche Impfung mit einem tetravalenten Impfstoff empfohlen, weil in dieser Altersgruppe (besonders bei den jüngeren Erwachsenen) von keiner gut ausgeprägten Immunität gegen Influenzaviren B ausgegangen werden kann.

Auch für Personen ab dem vollendeten 65. Lebensjahr ist eine jährliche Influenzaimpfung empfohlen. Personen höheren Alters sind in der Regel von Influenza B-Virusinfektionen seltener betroffen, da diese während ihrer Lebensspanne bereits häufiger Influenza B-Erkrankungen mit Vertretern beider Linien durchgemacht haben und somit davon auszugehen ist, dass Personen dieser Altersgruppe eine gute Immunität gegen Influenza B-Viren aufweisen. Wenn ältere Personen trotzdem an Influenza B erkranken, so können diese Infektionen aber auch besonders schwer verlaufen. Seniorinnen und Senioren sollten bevorzugt mit einem adjuvantierten Impfstoff (zugelassen ab dem vollendeten 65. Lebensjahr) geimpft werden (trivalent). Dieser Impfstoff hat den Vorteil, dass er in dieser Altersgruppe höhere Antikörperspiegel induziert.

Erkrankung, Epidemiologie und Bedeutung

Die zirkulierenden Influenzaviren verändern sich sehr häufig, weshalb Influenza-Impfstoffe in ihrer Zusammensetzung (Influenzavirus-Impfstämme) gegebenenfalls jährlich aktualisiert werden müssen. Infektionen mit dem Influenzavirus (A und B) führen nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis einigen Tagen bei nicht Immunen oft zu schweren Erkrankungen.
Der für die Virusgrippe typische Verlauf einer durch starkes Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Myalgie, bohrenden Kopfschmerz, starke Halsschmerzen und oft schmerzhaften Husten gekennzeichneten Erkrankung tritt nicht immer auf, es gibt auch Verläufe, die mit starker Rhinitis oder mit Diarrhoe, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Die Influenza muss klar von anderen respiratorischen Erkrankungen (ILI - influenza like illnesses) unterschieden werden, die im Volksmund ebenfalls als Grippe bezeichnet werden und die meist durch einen allmählichen Symptomanstieg beginnend mit Schnupfen, Nebenhöhlensymptomatik, Ohrschmerzen und später oft produktivem, purulentem Husten charakterisiert sind. Wegen der breiten Symptomatik der Influenza ist aber eine rein klinische Diagnose meist nicht möglich und eine virologische Abklärung notwendig. Fast jedes Jahr kommt es in den Herbst-/Wintermonaten (typischer Weise zwischen Dezember und März) zu einer Influenza-Epidemie, bei der sich 5-15 % der Bevölkerung infizieren und viele davon erkranken. Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen ab 65 Jahren sind für schwere Verläufe besonders gefährdet: Mehr als 60 % aller influenzaassoziierten Hospitalisierungen und rund 90 % der Todesfälle fallen in diese Altersgruppen. Neben Personen mit Grunderkrankungen (siehe Indikation) besteht bei Schwangeren ein hohes Komplikations- und Hospitalisierungsrisiko. Rezente Daten zeigen eine durchschnittliche Senkung des Hospitalisierungsrisikos für Schwangere durch Influenza auf Grund der Impfung um durchschnittlich 40 %.
Während einer saisonalen Grippe können schwere Verläufe in allen Altersgruppen auftreten. Mit starken jährlichen Schwankungen beträgt die Influenza-Mortalität in Österreich im Durchschnitt etwa 15 Fälle pro 100.000, das sind insgesamt etwa 1.000 Todesfälle pro Jahr . Besonders Kinder sind für die Infektionsverbreitung verantwortlich. Aufgrund epidemiologischer Modellrechnungen ist daher die Impfung von Kindern auch wirksam, um die Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar zu blockieren.

Informationen stammen auszugsweise aus dem Impfplan 2019. Für weitere Informationen und genaue Impfschemata: Der Österreichische Impfplan 2019.