Ist es eine Erkältung - oder schon die Grippe
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 11. Jänner 2020
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Meist erreicht die jährliche Grippewelle nach den Weihnachtsferien ihren Höhepunkt, denn Kinder sind der Motor in der Verbreitung dieser häufigen Winterinfekte. Alles, was mit ein wenig Halskratzen, Schnupfen, leichtem Husten und Fieber bis maximal 38,5°C beginnt, ist dem Bereich Erkältung oder grippaler Infekt zuzuordnen. Auslöser sind dabei Rhinoviren, Adenoviren und Parainfluenza-Viren.

Die echte Virusgrippe oder Influenza ist gekennzeichnet durch einen plötzlichen Beginn mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, hohem Fieber und heftigem trockenen Reizhusten. Der Schnupfen ist dabei nicht so heftig ausgeprägt, die Erreger sind Influenza-Viren des Typs A oder B.

In beiden Fällen heißt es Bettruhe, Schonung, viel schlafen, viel Tee trinken und die Symptome einzeln und gezielt behandeln. Also beispielsweise fiebersenkende Arzneimittel bei Temperaturen über 38,5°C, einen abschwellend wirkenden Nasenspray für eine freie Nasenatmung und somit auch ruhigen Schlaf, Saft oder Tropfen gegen den quälenden Hustenreiz sowie antiseptische und schmerzstillende Lutschtabletten oder Rachensprays gegen Halsweh. Gegen die auslösenden Viren hilft kein Antibiotikum, wie es gerne forsch in der Apotheke verlangt wird.

Wenn sich aber auf den lädierten Schleimhäuten eine bakterielle Infektion darüber ausbreitet, die zu eitriger Angina, Bronchitis oder Lungenentzündung führen kann, wird der Arzt sehr wohl nach entsprechender Untersuchung ein Antibiotikum verordnen, das man dann auch konsequent und lange genug einnehmen muss.

Immer wenn die Symptome unklar, lang andauernd oder besonders heftig sind, ist ein Arztbesuch dringend anzuraten. Ebenso wichtig ist körperliche Schonung für mindestens eine Woche nach dem Abklingen der Beschwerden, da es sonst zu Komplikationen im Bereich Herz-Kreislauf, Nieren und anderen Organen kommen kann.