Was gegen Venenleiden hilft
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 17. August 2019
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Eine Volksweisheit besagt: „Man ist so alt wie seine Gefäße“. Dementsprechend werden Krampfadern und Venenleiden eher mit älteren Menschen in Verbindung gebracht. Doch bereits bei 20 Prozent der 30-jährigen werden Krampfadern festgestellt, bei Frauen fast doppelt so häufig wie bei Männern. Unsere vorwiegend sitzende Lebensweise fördert diese Beschwerden noch zusätzlich. Besonders in der heißen Jahreszeit schwellen die Beine an, man hat „schwere Beine“, Hautveränderungen und Schmerzen – Symptome, die einen Arztbesuch nahelegen, damit nicht eine Thrombose als „Endstation“ der anfangs harmlosen Bindegewebsschwäche droht.

Bereits im Vorfeld kann man selbst aktiv werden: Meiden Sie übermäßige Wärme, lagern Sie die Beine häufiger hoch, duschen Sie die Beine täglich kalt ab - im Sinne einer Kneipp-Kur. Auch das oftmalige Aktivieren der Venenpumpe, indem Sie mit den Füßen wippen und kreisen, ist ebenso hilfreich wie die Verwendung von Kompressionsstrümpfen. Wirkstoffe aus der Natur wie Rosskastanien- oder rotes Weinlaubextrakt können als Kapseln eingenommen oder als Creme beziehungsweise angenehm kühlendes Gel aufgetragen werden.

Dabei muss man allerdings auf eine ausreichende Dosierung der Inhaltsstoffe achten, damit es zur gewünschten gefäßabdichtenden, abschwellenden und durchblutungsfördernden Wirkung kommt. Außerdem hat sich in Studien die alte „S- & L-Volksweisheit“ bewahrheitet: „Sitzen und stehen ist schlecht, lieber liegen oder laufen.“ Naturgemäß haben daher jene Menschen, die regelmäßig Sport betreiben, viel seltener unter Venenproblemen zu leiden.

Eine Sonderform stellen übrigens Hämorrhoiden dar, die nach erfolgloser Selbstbehandlung mit Eichenrinden-Sitzbädern, Salben und Zäpfchen ebenfalls ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls operiert werden müssen.