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Gesunde Gesellschaft im 21. Jahrhundert: Impfen gehört definitiv dazu
 
 
Die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit des Menschen ist ein erklärtes gesundheitspolitisches Ziel, zu dem die Stärkung der persönlichen Gesundheitskompetenz, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und andere gesundheitsfördernde Maßnahmen im Alltag zählen. „Impfen gehört ganz besonders zu jenen medizinischen Maßnahmen, die wie kaum eine andere diesem Konzept der Erhaltung und der Förderung der Gesundheit gerecht wird“, sagte Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Österreichischen Impftages 2017 und Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien, bei einer Pressekonferenz in Wien.

Daher ist die Frage, die als Motto für den Impftag 2017 dient, nämlich „Gesunde Gesellschaft – gehört Impfen noch dazu?“ uneingeschränkt mit „Ja“ zu beantworten, betont Wiedermann-Schmidt. Zu diesem Themenbereich
haben internationale und heimische Top-ExpertInnen referiert und die Problematik nicht nur aus Sicht der Wissenschaft, Forschung und Medizin, sondern auch aus ethischer und gesellschaftlicher Sicht beleuchtet.

Gesunder Lifestyle und Sich-impfen-Lassen ist kein Widerspruch
Einer der Schwerpunkte am Impftag 2017 war die Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen in Anbetracht der heutigen Gesellschaftsstrukturen und warum sozialer Zusammenhalt mehr denn je für den Erfolg von Impfprogrammen wichtig ist – denn nur wenn die Durchimpfungsraten in der Bevölkerung hoch sind, ist die Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit gesichert.

„Wir wollen zeigen, dass auch das Sich-impfen-Lassen zur persönlichen Gesundheitskompetenz dazugehört. Hier kann auch seitens der Schulen, aber auch des Arbeitsplatzes einiges zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz beigetragen werden mit dem Ziel, die Impf-Compliance zu erhöhen“, sagt die MedUni Wien-Expertin. „Heute strebt jeder möglichst nach einem gesunden Lifestyle, aber selbst wenn ich topfit und generell gesund bin, muss ich mich durch Impfungen schützen.“
Aber auch das Gegenteil, nämlich Übergewicht und ungesunde oder einseitige Ernährung sowie wenig Bewegung, hat Auswirkungen: „Bei der Immunisierung muss man heutzutage viel mehr als früher die Ernährung und Lebensweise in Betracht ziehen“, betont Wiedermann-Schmidt. Die wichtigsten Fragestellungen: „Wie wirkt sich die Ernährung auf das Immunsystem und die Wirkung von Impfungen aus? Was bedeuten Übergewicht auf der einen Seite und Mangelernährung auf der anderen mit darauf folgenden Veränderungen des Mikrobioms im Darm für das Immunsystem?“

Off-label-Impfungen manchmal unumgänglich
„Off-label-Impfungen sind Impfungen, die aus medizinischer Notwendigkeit außerhalb der Zulassung durch die Arzneimittelbehörde bzw. in Abweichung von der Fachinformation durchgeführt werden“, erklärte der Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Rudolf Schmitzberger. Meistens handle es sich um eine Abweichung von der Alterszulassung oder vom Impfintervall. Häufig seien Off-label-Impfungen bei Personen ohne Impfdokumentation nötig oder auch, wenn es um Nachholimpfungen für Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr gehe.
„Denn für diese Altersgruppe stehen bei Abweichungen vom allgemein empfohlenen Impfschema die im Einzelfall notwendigen bzw. gewünschten Impfstoffe oft nicht zur Verfügung, oder die Anwendung entspricht nicht der Zulassung.“ Bei Off-label-Impfungen müsse der Arzt den Nutzen und mögliche Risiken genauestens abwägen und den „Impfling“ bzw. die Eltern eines zu impfenden Kindes ganz besonders sorgfältig aufklären.

Gesunde Gesellschaft: Kompetente Beratung in der Apotheke
In den 1.340 Apotheken in Österreich werden die Kundinnen und Kunden umfassend in Gesundheitsfragen beantwortet. Unsere Zeit ist jedoch auch in Sachen Gesundheit von vielen Mythen geprägt und stellt die Aufklärung zu Impfungen und dadurch vermeidbaren Krankheiten eine wichtige Aufgabe der Apothekerinnen und Apotheker.
„Wir beraten nicht nur zu den richtigen Impfstoffen, sondern sind auch gefordert, gesundheitliche Irrtümer aufzuklären,“ so Christian Müller-Uri, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. „Die Impfung ist die kostengünstigste und effektivste Vorsorgemaßnahme, die die Wissenschaft kennt. Wer anderes glaubt, wird hoffentlich nicht ernsthaft krank.“ Auf der Apo-App der Österreichischen Apothekerammer sind alle Impfempfehlungen und Impfstoffe abgespeichert. Das Modul „Impfungen“ dient als elektronischer Impfpass.

Info für Radioredaktionen: Kurz-Interviews zur Pressekonferenz vom 11. Jänner 2017 sind unter http://www.o-ton.at/ kostenlos downloadbar. Fotos stehen unter APA-OTS hier zur Verfügung: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8626.

Österreichischer Impftag 14. Jänner 2017
Der Österreichische Impftag ist die größte richtungsweisende Impfveranstaltung für ÄrztInnen und ApothekerInnen in Österreich und wird von der Österreichischen Akademie der Ärzte GmbH in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien, der Österreichischen Ärztekammer, der Österreichischen Apothekerkammer, der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- Jugendheilkunde und der Österreichischen Liga für Präventivmedizin veranstaltet. Alle Infos:
www.impftag.at

Quelle: ots-Presseaussendung der Medizinischen Universität Wien vom 11. Jänner 2017
Fragen an:
Mag. Johannes Angerer
Medizinische Universität Wien
Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/ 40 160 11 502
E-Mail: pr@meduniwien.ac.at
Spitalgasse 23, 1090 Wien
www.meduniwien.ac.at/pr

Mag. Andrea Riedel
Österreichische Ärztekammer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/ 51406 - 3345
E-Mail: a.riedel@aerztekammer.at
Weihburggasse 10-12, 1010 Wien
www.aerztekammer.at

Mag. Gudrun Kreutner
Österreichische Apothekerkammer
Leiterin Presse & Kommunikation
Tel.: 01/ 404 14-600
E-Mail: gudrun.kreutner@apothekerkammer.at
Spitalgasse 31, 1090 Wien
www.apothekerkammer.at

Mag. Margot Tschank
Österreichische Akademie der Ärzte GmbH
Tel.: 01/ 718 94 76 - 31
E-Mail: m.tschank@arztakademie.at
Walcherstraße 11/23, 1020 Wien
www.arztakademie.at